September - Oktober 2018

> Alle Veranstaltungen finden - wenn nicht anders angegeben - im PrinzMaxPalais statt.
Der Zugang zum PrinzMaxPalais ist barrierefrei.

Die Abendkasse befindet sich im zweiten Stockwerk des PrinzMaxPalais und öffnet 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.

SeptemberAlle Texte einblenden

Sonntag, 16.09 | 19.00 Uhr | Eintritt 8,- / 6,- €
> Nikolauskapelle am Alten Friedhof Durlach, Basler-Tor-Str. 6

Ein Leben auf der Flucht, eine Geschichte über die Kunst des Ankommens

Wolfgang Schön liest aus seinem Roman „LebensKünstler“

In seinem autobiografischen Roman LebensKünstler schildert Wolfgang Schön die Jahre von 1943 bis 1947, die ihn und seine Familie von Frankfurt am Main erst ins tschechische Olmütz, wo noch ohne Bombenangriffe friedliche Zustände herrschten, dann in die Südsteiermark und schließlich zurück nach Frankfurt führten – in eine zerbombte Wohnung im vierten Stock einer Notunterkunft, den freien Himmel über sich. Eine Geschichte, bei aller Dramatik voller skurriler Erlebnisse, mit Sinn für Humor und dem feinen Gefühl des gestandenen Theatermanns für bühnenreife Auftritte lebendig erzählt. Einen zusätzlichen Reiz erhält Schöns Roman durch die Schilderung seiner Begegnungen mit dem Wiener Schriftsteller Hans Lebert (1919-1993), Träger des Österreichischen Staatspreises 1962, dessen Romane Die Wolfshaut und Der Feuerkreis ihn zu einem „Achttausender der österreichischen Nachkriegs-Literatur“ (Elfriede Jelinek) machten. Lebert, damals noch Operntenor in Olmütz, verliebte sich in Wolfgangs Schwester Anette, die er 1946 heiratete.

Wolfgang Schön (geb.1937) entstammt einer Frankfurter Künstlerfamilie. Er studierte an der renommierten Kunstakademie Max Reinhardt Seminar in Wien, spielte große Rollen und inszenierte über hundert Stücke in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Heute lebt er in Karlsruhe-Durlach.

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Montag, 17.09 | 19.00 Uhr | Eintritt 10,- / 8,- / Mitglieder 6,- €

Alex Capus erzählt die Liebesgeschichte zweier „Königskinder“ – Präsentation des gleichnamigen Romans

Alex Capus. Foto: Ayse Yavas

Was als Alex Capus’ schönste Liebesgeschichte seit Léon und Louise (2011) angesehen wird, hat mit der einstigen Romanze vor allem eines gemeinsam: eine sprachlich meisterhafte Einbettung individueller Emotionalität in weltgeschichtliche Ereignisse. Nachdem Max und Tina mit ihrem Auto auf einem Alpenpass im Schnee stecken bleiben, entführt Max sie und sich mit einer Erzählung in die Zeit der Französischen Revolution. Zwischen Alpenpass und Autodach spinnt Alex Capus eine Geschichte der Jahrhunderte, wandelt Ort und Zeit, bis selbst der alpine Nachthimmel sich als türkis leuchtendes Äquivalent über dem Schloss von Versailles aufspannt.

Alex Capus wurde 1961 in der Normandie geboren. Während er an der Universität Basel Geschichte, Philosophie und Ethnologie studierte, arbeitete er als Journalist. Zuletzt erschien sein Roman Das Leben ist gut (2016). Seine literarischen Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2015 mit dem Förderpreis des Kantons Solothurn. Er lebt in Olten in der Schweiz.

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Dienstag, 18.09 | 19.00 Uhr | Eintritt 6,- / 4,- / Mitglieder 3,- €

Buchvorstellung Angela Ulrich/Alfred Bakan: „Die Welt kommt zu mir“
Prof. Dr. Klaus Gallwitz (Karlsruhe) führt in den Zyklus ein. Es liest Thomas Rübenacker

Angela Ulrich. Foto: Margarethe Ohler

Momente kreativer und menschlicher Nachdrücklichkeit bewegten Angela Ulrich zu ihrem neuen Buchprojekt, mit dem sie fünf Jahre lang der Intensität von Kunst und Literatur nachspürte. In seinen letzten Lebensjahren besuchte der schwer lungenkranke Alfred Bakan (1951-2008) häufig das Atelier der freischaffenden Karlsruher Künstlerin, um ihr seine neu verfassten Manuskripte und literarischen Texte vorzutragen: „Er las seine Texte vor, ich malte ihn“, so Angela Ulrich. Die Welt kommt zu mir notierte Alfred Bakan im Februar 2006 an einem der gemeinsamen Ateliertage. Einen Teil dieser Welt brachte er auch in Angela Ulrichs Atelier, sie blieb dort in Farben und Worten bestehen. Ein Jahrzehnt nach seinem Tod zeigt Ulrich nun, wie Bakans Anwesenheit ihr eigenes Werk inspirierte.

Nach einem längeren Aufenthalt in Rom entschloss sich Angela Ulrich, Künstlerin zu werden. Zurück in Deutschland studierte die gebürtige Karlsruherin in ihrer Heimatstadt zunächst Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, ehe sie ein Studium der Kunstwissenschaft anschloss. Ob Aquarell oder Acryl, abstrakt oder figürlich: Zahlreiche Einzelausstellungen belegen, dass Angela Ulrichs künstlerisches Werk, das keiner Kategorisierung bedarf, hohe Anerkennung in der gegenwärtigen Kunstszene genießt.

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Montag, 24.09 | 19.00 Uhr | Eintritt 10,- / 8,- / Mitglieder 6,- €

Literaturtage Karlsruhe 2018

Gretchen Dutschke über „1968. Worauf wir stolz sein dürfen“

Gretchen Dutschke. Foto: Lune Dutschke

50 Jahre nach 1968 stellt Gretchen Dutschke die Sehnsüchte und Ziele der Revoltierenden einander gegenüber. Geprägt von einem im Mauerbau eskalierten Ost-West-Konflikt, dem Vietnamkrieg, der Belastung der Vergangenheit und einer repressiven Sexualmoral, bricht eine Generation auf. Mit reflektiertem Blick berichtet Gretchen Dutschke über die Ziele ihrer Generation und hinterfragt die in Gewaltexzesse endenden Demonstrationen. Eine Zeitzeugin, die sich nicht scheut, „provokativ und offen“ zugleich zu sein, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt. Den Bogen zur Gegenwart schlägt sie ohne zu zögern: Was ist aus öffentlichen Diskussionen über Sexualität und Geschlechterrollen oder der Studentenbewegung geworden?

Die 1942 geborene Amerikanerin studierte Theologie in Hamburg und Berlin. 1966 heiratete sie Rudi Dutschke, führenden Aktivisten und Symbol der Studentenbewegung 1968. Im selben Jahr überlebte er schwer verletzt ein Attentat und die junge Familie zog sich aus Deutschland zurück. Er starb 1979 an den Folgen des Attentats im dänischen Aarhus. Heute lebt Gretchen Dutschke wieder in Berlin.

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Mittwoch, 26.09 | 19.00 Uhr | Eintritt 5,- / 3,- €

Die Goethe-Gesellschaft zu Gast im PrinzMaxPalais

Staatsschauspieler Stefan Viering liest ausgewählte Briefe Goethes und die „Marienbader Elegie“

Böhmen, laut einer von Goethe sehr geschätzten Abhandlung „vor der Entdeckung Amerikas ein kleines Peru“, zog nicht nur den kranken Dichter und geologisch interessierten Naturwissenschaftler an: Goethe traf hier auch seine letzte große Liebe, die er mit der Marienbader Elegie (1823) verewigte. Der als Höhepunkt seiner Alterslyrik geltende Mittelteil der Trilogie der Leidenschaft, Anfang September 1823 auf der Rückreise vom Kuraufenthalt entstanden, steht im Zentrum der Lesung Stefan Vierings. Der den Karlsruhern wohlbekannte und allseits geschätzte Staatsschauspieler wird neben der anspruchsvollen Elegie auch „böhmische Briefe“ des Dichters zu Gehör bringen.

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Samstag, 29.09 | ab 18.00 Uhr | Eintritt frei

Literaturtage Karlsruhe 2018

Zehnte Karlsruher Lesenacht im PrinzMaxPalais – Die Literarische Gesellschaft lädt ein …

… fantastische Wesen und abenteuerlicheTraumorte in der Geborgenheit der dunklen Nacht zu entdecken, sich im geschriebenen Wort zu verlieren, gemeinsam zu schmökern und die Abendstunden zum Leben zu erwecken. Auch dieses Jahr präsentieren Autorinnen und Autoren eine bunte Vielfalt an unveröffentlichten Texten und unentdeckten Schriften: Von Lyrik, Slam Poesie oder kurzen Prosatexten bis hin zu szenischer Lesung und literarischen Kurzfilmen ist alles dabei, was das Herz begehrt. Kurz gesagt: ein Abend der literarischen Entdeckungsreisen mit spannenden, ganz unterschiedlichen Zielen.

Moderation: Hansgeorg Schmidt-Bergmann und Matthias Walz.

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Oktober

Montag, 01.10 | 20.00 Uhr | Kostenbeitrag 7,- €
> KOHI-Kulturraum e.V., Werderstr. 47

Literaturtage Karlsruhe 2018 / LESUNG SÜD im KOHI

Graphic Novel, zeitkritische Geschichten und Texte der Identitätssuche von Yi Luo, Kevin Kuhn und Luca Manuel Kieser

Yi Luo, Kevin Kuhn, Luca Manuel Kieser. Fotos: Eva Müller, privat, Naa Teki Lebar

Drei junge Köpfe, drei frische Arten des Erzählens, von der Kunststiftung Baden-Württemberg mit einem Stipendium ausgezeichnet:

Yi Luo, 1985 in Tianjin (China) geboren, lebt seit 2007 in Deutschland. Nach einem Studium der Illustration in Augsburg, studierte sie Animation an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Sie veröffentlichte in Comic-Anthologien und in der Süddeutschen Zeitung. Aktuell arbeitet sie an ihrer zweiten Graphic Novel über die verzweifelten Versuche eines Mädchens, sich zu integrieren.

Kevin Kuhn, 1981 in Göttingen geboren, lebt in Berlin. Er hat Philosophie, Kunstgeschichte und Religionswissenschaft in Tübingen studiert und ist Dozent am Literaturinstitut in Hildesheim. Nach seinen Romanen Hikikomori (2012) und Liv (2017) greift er in seinem neuen Projekt den schleichenden Prozess der Alzheimerkrankheit auf.

Luca Manuel Kieser, 1992 in Tübingen geboren, lebt in Wien und studierte Philosophie und Sprachkunst. Er versetzt sich immer wieder in neue Identitäten und erforscht diese akribisch. Werken wie Raghads Geschichte (2017) verleiht er durch seine Performance auf der Bühne ganz besonderen Ausdruck.

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Dienstag, 02.10 | 20.30 Uhr | Eintritt 10,- / 8,- / Mitglieder 6,- €
> DAS SANDKORN – THEATER & MEHR, Kaiserallee 11

Literaturtage Karlsruhe 2018

„Aber sonst geht es mir gut“ – Markus Orths präsentiert seine besten Humoresken aus 15 Jahren

Markus Orths. Foto: Olaf Kutzmutz

Ein Sammelband, der die Blüten, die das Leben zuweilen treibt, liebevoll beschreibt und die dunklen Momente, passend eingehüllt in schwarzen Humor, zur Schau stellt. Markus Orths greift die unfreiwillige Komik heraus und verarbeitet skurrile Situationen und fantastische Dialoge. Gekonnt leichtfüßig verpackt er den Ton und die Sprache seiner Herkunft in eine symbolische Hülle und verweist damit auf eine regional bezogene Mentalität. Lassen sich seine Geschichten als Liebeserklärung an „Heimat“ und „Wurzeln“ lesen?

Markus Orths, 1969 in Viersen geboren, studierte Philosophie, Romanistik und Anglistik in Freiburg. Der in Karlsruhe lebende Autor veröffentlichte unter anderem die Romane Lehrerzimmer (2003), Das Zimmermädchen (2008) sowie Hirngespinste (2009), Die Tarnkappe (2011), Alpha & Omega: Apokalypse für Anfänger (2014) und Max (2017). Ausgezeichnet wurde er unter anderem 2008 in Klagenfurt beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb mit dem Telekom-Austria-Preis sowie 2011 mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar und 2015 mit dem Deutschen Science Fiction Preis. Seine Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt.

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Freitag, 05.10 | 19.00 Uhr | Eintritt 10,- / 8,- / Mitglieder 6,- €

Literaturtage Karlsruhe 2018

Abschluss der Literaturtage – Buchpremiere:
Wolfgang Burger liest aus seinem neuen Kriminalroman „Wen der Tod betrügt“

Wolfgang Burger. Foto: Eckhard Waasmann

Juliana von Lemke, erfolgreiche Managerin und gefürchtete Saniererin maroder Firmen, wird tot aus dem Neckar gezogen. Hat sie Selbstmord begangen? Kripochef Alexander Gerlach verfolgt eine andere Spur. Als dann die Aussage einer Obdachlosen neue Fragen aufwirft, ein ehemaliger Liebhaber den Tod findet und ein Mitarbeiter in die Luft gesprengt wird, ergeben sich neue Zusammenhänge. Zusätzlich verschwindet der ohnehin schon verdächtige Ehemann, aber ob er überhaupt etwas damit zu tun hat?

1952 im Südschwarzwald geboren, lebt Wolfgang Burger heute in Karlsruhe und Regensburg. Er ist einer der erfolgreichsten Krimiautoren Deutschlands. Der promovierte Ingenieur hat viele Jahre am Karlsruher Institut für Technologie gearbeitet. Seine Krimis mit dem Protagonisten Alexander Gerlach wurden bereits zweimal für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und standen mehrfach auf der Spiegel-Bestsellerliste.

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Samstag, 06.10 | 20.00 Uhr | Eintritt 8,- €
> P8 | Pennsylvaniastr. 8

Literaturtage Karlsruhe 2018

Zugabe: Manja Präkels liest aus ihrem Buch „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“

Manja Präkels. Foto: privat

Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust: Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich an den Schnapskirschen der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Mimi sieht sich als der letzte Pionier; Oliver wird unter dem Kampfnamen „Hitler“ zu einem der Anführer marodierender Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle.

Manja Präkels erzählt vom Verschwinden der DDR in einem brandenburgischen Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter Gespenster, von Freundschaft und Wut.

1974 in Zehdenick/Mark geboren, ist Manja Präkels Sängerin der Band „Der singende Tresen“ sowie Autorin des Lyrik-Bandes Tresenlieder (2004). Sie veröffentlichte mit Markus Liske das Erich-Mühsam-Lesebuch Das seid ihr Hunde wert (2014) und den Band Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn? (2015).

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Montag, 08.10 | 19.00 Uhr | Eintritt 10,- / 8,- / Mitglieder 6,- €

Yoko Tawada: „Ein Balkonplatz für flüchtige Abende“ und „Akzentfrei“

Yoko Tawada. Foto: Bernd Sämmer

„Ich öffne eine Tür, ich weiß nicht welche, es spielt keine Rolle …“

Akzentfrei (2017) betrachtet humorvoll alltägliche Sprache, Begegnungen und Situationen. Die Leichtigkeit der Worte und eine poetische Sprachanalyse verleihen dem Alltäglichen eine neue Melodie. Gepaart mit Sinnlichkeit erzählt Ein Balkonplatz für flüchtige Abende (2018) von fließenden Identitäten, Verwandlung und anderen Welten. Yoko Tawada öffnet in beiden Werken den Blick für Erfahrbares und führt den Leser auf imaginäre Entdeckungsreisen.

Yoko Tawada, 1960 in Tokyo geboren, studierte Literaturwissenschaft in Tokyo, Hamburg und Zürich. Seit 2006 lebt sie in Berlin und veröffentlicht Lyrik und Prosa auf Deutsch und Japanisch. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt unter anderem den Kleist-Preis (2016) und die Carl-Zuckmayer-Medaille (2018). Seit 2012 ist sie Mitglied der deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

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Dienstag, 16.10 | 19.30 Uhr | Eintritt 4,- / 3,- €

Weiberhelden
Ein Abend mit Poetry-Slam und Musik: Moritz Konrad & friends

Moritz Konrad. Foto: privat

Im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg 2018 zum Thema „Frauenfiguren“ lädt die Stiftung Centre Culturel Franco-Allemand Karlsruhe ein Künstlerduo ein, sich mit dem Weiblichen in Prosa, Lyrik, Epos und Co. zu beschäftigen: zum einen die französische Wortkünstlerin Violaine Lochu, die die Bewohner von Karlsruhe nach „ihren“ literarischen Heldinnen oder Antiheldinnen befragte. Die daraus gewonnenen Zitate und Textstellen packt sie in eine multilinguale Performance sowie Publikation und präsentiert diese am 29.10. um 20.00 Uhr im KOHI e.V.

Zum anderen steuert der Karlsruher Poetry-Slammer Moritz Konrad am 16.10. in der Literarischen Gesellschaft seine Sicht auf die Frauengestalten bei und wird diese neue Sprachkreation mit Musik in Szene setzen.

Moritz Konrad studiert Malerei und Grafik in Karlsruhe und tritt bereits seit Jahren bei Poetry Slam Meisterschaften auf.

Die Literarische Gesellschaft und die Stiftung CCFA Karlsruhe sind Partner dieses mehrsprachigen Projekts zur Gegenwartsliteratur.

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Mittwoch, 17.10 | 19.00 Uhr | Eintritt 5,- / 3,- €

Die Goethe-Gesellschaft zu Gast im PrinzMaxPalais

Prof. Dr. Georg Schwedt (Bonn): Goethes heilsame Wässer. Seine Kuren in berühmten Bädern

Goethes Interesse an Bädern und Mineralwässern – er selbst kurte 1785, 1786, 1795 und dann regelmäßig ab 1806 in den böhmischen Bädern Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und Teplitz, aber auch in Bad Lauchstädt, Bad Berka, Bad Pyrmont und Wiesbaden – lässt sich an zahlreichen Stellen seines Werkes nachweisen. In Goethes Leben haben Mineral- und Heilwässer immer einen besonderen Stellenwert für seine Gesundheit gehabt. Er litt zeitweise unter Nierensteinen und ließ sich Mineralwässer unter anderem aus Niederselters, Fachingen und Marienbad nach Weimar schicken. Im Vortrag wird Georg Schwedt, Professor für Analytische Chemie, die Orte und deren heilsame Quellen im Zusammenhang mit Goethes Kuren ausführlich vorstellen.

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Donnerstag, 18.10 | 19.00 Uhr | Eintritt 10,- / 8,- / Mitglieder 6,- €

Eine Geschichte über unser Land und unsere Zeit:
Guntram Vesper liest aus „Nördlich der Liebe und südlich des Hasses“ und „Tieflandsbucht“

Guntram Vesper. Foto: Jara Schönfeldt

Ein Buch, das Gefühle, Erlebnisse und Beziehungen der Heimat den Sehnsüchten, Wünschen und Träumen der Fremde gegenüberstellt. Präzise, scharfzüngig und treffend erzählt Guntram Vesper in Nördlich der Liebe und südlich des Hasses von deutscher Wirklichkeit und Wahrheit unserer Tage.

Mit Tieflandsbucht legt der Autor erstmals einen Lyrikband vor, der seine Gedichte seit den Fünfzigerjahren versammelt, ein einzigartiges, beeindruckendes lyrisches Werk, das souverän neben dem großen Roman Frohburg und der gesammelten Prosa Nördlich der Liebe und südlich des Hasses steht.

„Es ist ein Opus von geradezu verblüffender Homogenität, das einem bedeutenden Abschnitt unserer Geschichte, der Geschichte der Trennung des Landes in der Nachkriegszeit, in schönen klaren Bildern Ausdruck verleiht. Es ist eine Geschichte der ›Niedertracht, Gewalt, Entwürdigung‹. Dass Guntram Vesper nicht aufgehört hat, an diese Geschichte zu erinnern, die zur Basis unser aller Geschichte geworden ist, ist ihm nach der Veröffentlichung des Romans Frohburg endlich gedankt worden“, so Michael Krüger, Guntram Vespers Verleger über Jahrzehnte, der ein sehr persönliches Nachwort zu dem Band verfasst hat.

1941 in Frohburg geboren, kam Guntram Vesper 1957 nach Berlin in die Bundesrepublik. Er studierte Germanistik, Geschichte und Medizin, bis er sich für ein Leben als freier Schriftsteller entschied. 2016 wurde sein Roman Frohburg (2016) mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Guntram Vesper lebt in Göttingen.

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Dienstag, 23.10 | 19.00 Uhr | Eintritt frei

Ein Aufklärer reist in die Schweiz: Vortrag über Johann Peter Hebel von Dr. Franz Littmann

Johann Peter Hebels Schweizerreise bietet einen neuen Blick auf den Dichter und ersten Prälaten der Badischen Landeskirche und auf die historische Situation zur Zeit Napoleons, das Reisen, den frühen Tourismus und den Alltag in der Schweizer Eidgenossenschaft. 1805 reist Johann Peter Hebel mit den beiden Söhnen des Freiherrn von Mentzingen in die Schweiz. Sein Reisetagebuch - die originale Handschrift befindet sich im Familienarchiv des Freiherren von Mentzingen (Menzingen/Kraichtal) - gibt Einblicke in ein Land, das damals als vorbildlich im Hinblick auf Demokratie und Freiheit gilt. Es ist eine Zeit, in der die Schweiz mit ihren faszinierenden Landschaften und ihrer reichen Kulturgeschichte zu einem bevorzugten Ziel des frühen europäischen Tourismus wird.

Dr. Franz Littmann, geboren 1948 in Durmersheim, studierte in Marburg/Lahn Philosophie, Soziologie und Pädagogik. Er ist Mitarbeiter der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe und bereitet als Mitherausgeber die Gesamtausgabe der Werke Johann Peter Hebels vor, die von der Literarischen Gesellschaft ediert wird. Heute lebt und arbeitet er in Pforzheim.

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Donnerstag, 25.10 | 19.00 Uhr | Eintritt frei

Eine Liebeserklärung an die Liebesgedichte des Mittelalters: Tristan Marquardt präsentiert die Minnesang-Anthologie „Unmögliche Liebe“

Tristan Marquardt, Matthias Kniep. Fotos: Mario Steigerwald, Julia Stolte

In einem Café stellen Büchner-Preisträger Jan Wagner und Tristan Marquardt fest, dass sie ihre Begeisterung für mittelhochdeutsche Liebesgedichte verbindet. Die Idee zu einer Anthologie entsteht, die sie später zusammen herausgeben. In dieser übertragen Lyriker der Gegenwart Minnelieder aus dem Mittelhochdeutschen. Der Band Unmögliche Liebe (2017) lässt drei Arten der Übertragungen erkennen: Neben Übersetzungen, die Texttreue mit vorsichtiger Modernisierung verknüpfen, stehen subtile Nachahmungen der Originale und das schroffe Aufbrechen des hohen Minnetons und sein gleichzeitiger Zerfall. Die Anthologie ist eine Konfrontation zweier literarischer Epochen, die sich ganz der Unmöglichkeit und Vergeblichkeit der Liebe widmet.

Herausgeber Tristan Marquardt wird den Band Unmögliche Liebe vorstellen. Mit dabei ist der Übersetzer Matthias Kniep, der Einblicke in die Kunst der Übersetzung und der Interpretation gibt.

Tristan Marquardt, 1987 in Göttingen geboren, heißt eigentlich Alexander Rudolph. Nach seinem Studium der Deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft und der Griechischen Literaturwissenschaft in Zürich und Berlin ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Promoviert wurde er über den Minnesang Heinrichs von Rugge. Er ist aktiv als Poetry Slammer, Lyriker, Übersetzer und Literaturvermittler. Der Mitbegründer des Berliner Lyrikkollektivs G13 war mehrfach Finalist beim open mike der Literaturwerkstatt Berlin. 2013 erschien sein Lyrikdebüt das amortisiert sich nicht.

Matthias Kniep, 1971 in Itzehoe geboren, studierte Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in Kiel. Er wurde über Heldenkonzeptionen in der Populärkultur promoviert. Er arbeitet als Übersetzer und ist Mitarbeiter im Berliner Haus für Poesie.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistische Mediävistik und Frühneuzeitforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

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Mittwoch, 31.10 | 18.30 Uhr | Eintritt frei *
> Bürgersaal des Rathauses Karlsruhe, Marktplatz

Verleihung des Hermann Hesse Literaturpreises 2018 an Thomas Hettche und des Hermann Hesse Förderpreises 2018 an Paul-Henri Campbell

Der mit 15.000 Euro dotierte Hermann Hesse Literaturpreis geht in diesem Jahr an Thomas Hettche, den mit 5.000 Euro dotierten Hermann Hesse Förderpreis erhält der deutsch-amerikanische Autor Paul-Henri Campbell - so entschied die Jury, der Bettina Schulte von der Badischen Zeitung, Stefan Kister von der Stuttgarter Zeitung und Andreas Platthaus von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung angehören.

Thomas Hettche. Foto: Stiftung Schloss Leuk/Thomas Andenmatten

Der 1964 in Treis bei Gießen am Rande des Vogelsbergs geborene Thomas Hettche, eine der herausragenden literarischen Stimmen seiner Generation, erhält den Hermann Hesse Literaturpreis 2018 für seinen 2017 bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Essayband unsere leeren herzen. Über Literatur, in dem der Autor der Frage nachgeht, welche Tröstungen Literatur für „unsere leeren Herzen“ heute noch bereitzuhalten vermag.
Nach Fahrtenbuch (2007) und Totenberg (2012) schreibt Thomas Hettche mit diesem Band weiter an seiner intellektuellen Autobiografie und stellt sich in seiner Auseinandersetzung mit Autoren von Ovid über Immanuel Kant bis Michel Houellebecq und anderen den drängenden metaphysischen Sinnfragen unserer „krisengeschüttelten, entzauberten Moderne“.

Paul-Henri Campbell. Foto: Volker Derlath

Der 1982 in Boston (Massachusetts) geborene Paul-Henri Campbell verfasst Lyrik und Prosa sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache und ist als Herausgeber tätig. Sein angeborenes Herzleiden findet Eingang in seinen jüngsten Gedichtband nach den narkosen, 2017 erschienen im Heidelberger Verlag Das Wunderhorn, für den ihm der Hermann Hesse Förderpreis 2018 zuerkannt wird. Laut Andreas Platthaus (Frankfurter Allgemeine Zeitung) ist es „ … ein Glücksfall für die deutsche Lyrik, dass ein so anschaulicher, zugleich aber sowohl sprachlich wie stilistisch avancierter Band erscheint. Mit ihm dürfte sich Paul-Henri Campbell als einer der wichtigsten jüngeren Dichter etablieren. Weil er schon so viel erlebt hat, weit über sein Alter hinaus. Diese Erfahrungen werden hier grandios fruchtbar.“

Der Hermann Hesse Literaturpreis und der Hermann Hesse Förderpreis werden alle zwei Jahre von der Stiftung Hermann Hesse Literaturpreis in Karlsruhe vergeben.

* Begrenzter Einlass nur mit Einlasskarte:
erhältlich solange Vorrat reicht an der Karlsruher Rathauspforte ab Montag, 29.10.2018, 8.00 Uhr.

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