24. Europäische Kulturtage 2018, 20. April - 5. Mai 2018

20. April – 5. Mai 2018

Umbrüche, Aufbrüche

Ein roter Faden ist nicht immer erkennbar

Baske ToBeTrue, Kulturschaffender


Bildnachweis: Paul Gärtner

Bildnachweis: Paul Gärtner

Das Leben und die Gesellschaft verstehe ich als ständige Entwicklung der Umstände und Gegebenheiten. Ich sehe Dinge in Bewegung, erfahre so meinen Lebensraum. Ein roter Faden ist für mich nicht immer erkennbar. Und das muss wohl auch im Sinne der Freiheit so sein.

„Aus Geschichte lernen“. Seit ich zum ersten Mal davon gehört habe, ziehe ich Geschichte heran, um Entscheidungen auf den Prüfstand zu stellen. Neben vermitteltem Wissen und meiner Lebenserfahrung spielen natürlich auch Emotionen eine Rolle. Dies macht meine persönliche Prägung aus.

Einen großen Anteil an der Prägung des Menschen Baske ToBeTrue hat die Hip Hop-Kultur. Seit Ende der 80er Jahre hat sie mich mit geformt und mir Werte vermittelt, die auf mein heutiges Tun einwirken. Das traditionelle „Love, peace, unity and having fun“ erweitere ich heute mit Kreativität, Entwicklung, Bewusstsein und Dialog.

Hip Hop ist im Wandel. Die Szene heute eine Jugendkultur zu nennen, wird ihr nicht mehr gerecht. Die Protagonistinnen und Protagonisten sind generationsübergreifend. Mit Ausdrucksformen wie Tanz, Musik und Bild findet Hip Hop den Weg in alle gesellschaftlichen Schichten.

Die Komplexität, dass Hip Hop erst als Symbiose der verschiedenen Formen zu eben Hip Hop wird, dass aber auch ihre Elemente individuell bestehen und nicht immer im Kontext zu einem anderen stattfinden muss, um zu existieren, macht die Sache schwer fassbar. Gibt aber dadurch die Chance, vielschichtig und zugänglich zu sein für alle.

Historisch gesehen ist Hip Hop noch naiv in der Welt der Kultur. Strukturen und Möglichkeiten wie lang etablierte Formen müssen noch erarbeitet und erkämpft werden. Denn wir haben das Recht dazu. Immer im Spiegelbild der Gesellschaft. Wir sind mitten drin.