24. Europäische Kulturtage 2018, 20. April - 5. Mai 2018

20. April – 5. Mai 2018

Umbrüche, Aufbrüche

Donnerstag, 03.05.2018 | 20:30


Evas schräge Töne im Paradies

Die Komponistin Ethel Smyth – Konzert mit Moderation


Bildnachweis: Library of Congress‘s Prints and Photographs division

Dame Ethel Smyth
Bildnachweis: Library of Congress‘s Prints and Photographs division

„Die Geringschätzung gegen Komponistinnen im Allgemeinen ist von einer unbekümmert resoluten, keinem Hindernis ausweichenden, in froher Energie ihren Weg gehenden Engländerin über den Haufen gerannt – fast hätte ich gesagt – geboxt worden … .“

Als dieser Artikel des Musikkritikers Richard Specht 1911 veröffentlicht wurde, war Ethel Smyth (1858-1944) gerade heftig in die britische Frauenbewegung involviert und kämpfte an der Seite ihrer Mitstreiterinnen nicht nur als Komponistin der Hymne „March of the Women“ für Gleichberechtigung und das längst überfällige Wahlrecht für alle.

Ihre tatkräftige Unterstützung der Ikone der englischen Suffragetten Emmeline Pankhurst und die Beteiligung an Demonstrationen, Straßenkämpfen und den berühmt gewordenen „Steinwürfen“ brachten sie 1912 sogar kurzzeitig ins Gefängnis.

Doch ist dies nicht die einzige Facette ihrer unkonventionellen Persönlichkeit. Intensive Freundschaften und Beziehungen zu so unterschiedlichen Charakteren wie der Musikerin und Komponistengattin Elisabeth von Herzogenberg, dem Literaten Henry Brewster oder zuletzt der Schriftstellerin Virginia Woolf inspirierten ihr Schaffen.

Das ausführlich moderierte Konzert programm folgt den Stationen ihrer bunten, ereignisreichen Biographie – beginnend mit den prägenden Studienjahren in Deutschland, wo sie unter anderem von Brahms und Tschaikowsky beeinflusst wurde. Es folgt die Zeit ihrer internationalen Erfolge als Komponistin großer Werke, aufgrund derer sie – nur zehn Jahre nach ihrem Gefängnisaufenthalt – zur „Dame of the British Empire“ geadelt wurde. In ihren Bestrebungen, auf den deutschen Opernbühnen Fuß zu fassen, steuert übrigens auch Karlsruhe eine interessante Episode bei. Mit zunehmendem Alter wandelte sie sich, wahrscheinlich aufgrund ihrer fortschreitenden Ertaubung, zunehmend zur Autorin und verfasste brillante Essays und überaus viel gelesene Erinnerungsbücher.

Im Anschluss an das Konzert gibt es in der kleinen Bar der „Insel“ noch die Möglichkeit, den Abend im Gespräch mit den Mitwirkenden ausklingen zu lassen.

MIT Denise Seyhan, Mezzosopran; Axel Haase, Annelie Groth, Violine; Franziska Dürr, Viola; Johannes Vornhusen, Violoncello; Carina Mißlinger, Flöte; Heike Bleckmann, Klavier, Konzept und Moderation


Eintritt
frei

Info
0721 1334032
Kulturbüro

Veranstalter
Kulturamt, Kulturbüro
in Kooperation mit dem Staatstheater Karlsruhe