24. Europäische Kulturtage 2018, 20. April - 5. Mai 2018

20. April – 5. Mai 2018

Umbrüche, Aufbrüche

Donnerstag, 03.05.2018 | 19:30


Verleih’ uns Frieden

Konzert mit Werken von Heinrich Schütz, Johann Rosenmüller und Giovanni Gabrieli


Bildnachweis: Hogenbergsche Geschichtsblätter

Dreißigjähriger Krieg: Katholische Truppen besiegen protestantische in der Schlacht bei Sablat 1619
Bildnachweis: Hogenbergsche Geschichtsblätter

Der zweite „Prager Fenstersturz“ am 23. Mai 1618 markiert bis heute den Beginn des sogenannten Dreißigjährigen Krieges, der Westfälische Frieden 1648 sein Ende. Die gesellschaftlichen, politischen und religiösen Hintergründe des Krieges sind historisch komplex, seine Schauplätze über ganz Europa verteilt, seine Opfer in Deutschland auf sechs Millionen Menschen, etwa ein Drittel der damaligen Bevölkerung, geschätzt. Zahlreiche Schlachten, die umherziehenden Söldnerarmeen und jene Zehntausende, die in deren Gefolge vom Krieg lebten, verwüsteten Böhmen und riesige Gebiete zwischen Südwestdeutschland und der Ostsee. Vertreibung und Flucht, Plünderungen, Zerstörungen, die Pest und Geldmangel hinterließen auch in der „Kulturszene“ tiefe Spuren.

Heinrich Schütz, seit 1617 sächsischer Hofkapellmeister in Dresden, schrieb 1636 davon, wie „die löbliche Music von den anhaltenden gefährlichen Kriegs-Läufften in unserm lieben Vater-Lande Teutscher Nation nicht allein in grosses Abnehmen gerathen, sondern an manchem Ort gantz niedergeleget worden“. Er musste seine Ansprüche an Aufführungspraxis und Instrumentarien erheblich verringern, „damit mein von Gott verliehenes Talentum in solcher edlen Kunst nicht gantz ersitzen bleiben, sondern nur etwas weniges schaffen und darreichen möchte“.

Eine „Auszeit“ für Musiker gab es am ehesten wohl in Italien, besonders in Venedig. Dort stand die Musik in voller Blüte und zog Künstler aus ganz Europa an. Auch Heinrich Schütz, der schon von 1609 bis 1611 bei Giovanni Gabrieli studiert hatte und 1629 ein zweites Mal nach Venedig reiste, und der Leipziger Organist und Komponist Johann Rosenmüller erhielten hier bedeutende Impulse.

So vermittelt das Konzertprogramm die europäische Dimension, die schon der Musik des Frühbarock eigen war. Es erinnert aber auch daran, dass die Künstler jener Zeit wie alle anderen „Betroffene“ waren, die es dennoch vermochten, dem Sehnen nach Frieden, nach einem neuem Aufbruch einen ganz besonderen musikalischen Ausdruck zu verleihen.

Von der Hochschule für Musik Karlsruhe sind beteiligt: das Vokalensemble, Leitung Prof. Holger Speck, das Bläserensemble, Leitung Prof. Werner Schrietter und weitere Studentinnen und Studenten.


Eintritt
15 € / erm. 10 €
Karten nur über www.reservix.de

Info
0721 66290
www.hfm-karlsruhe.de

Veranstalterin
Hochschule für Musik Karlsruhe