24. Europäische Kulturtage 2018, 20. April - 5. Mai 2018

20. April – 5. Mai 2018

Umbrüche, Aufbrüche

Donnerstag, 26.04.2018 | 19:00


Bewegt euch!

1968 und die Folgen in Karlsruhe


Bildnachweis: 8/BA Schlesiger 1968 A 15_176_7_28a Stadtarchiv Karlsruhe

Studentendemo in Karlsruhe mit Transparenten gegen die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg, 16. Mai 1968
Bildnachweis: 8/BA Schlesiger 1968 A 15_176_7_28a Stadtarchiv Karlsruhe

Studentenproteste, Minirock und Mao-Bibel – das Jahr 1968 ruft viele Bilder wach und gilt als wichtige Zäsur nicht nur in der deutschen, sondern in der globalen Geschichte. 1968 steht als Chiffre für eine Zeit des Umbruchs und gesellschaftlichen Aufbruchs, fast überall kam es annähernd gleichzeitig zu Protesten der jüngeren Generation. Aber was war damals eigentlich in Karlsruhe los? Dieser Frage geht die große Sonderausstellung im Stadtmuseum Karlsruhe nach. Die Ausstellung konzentriert sich allerdings nicht nur auf die eigentliche 68er-Bewegung, sondern nimmt vor allem auch ihre Auswirkungen in den Blick.

Demokratie, Frieden, Antiimperialismus und Solidarität mit den Menschen in der sogenannten „Dritten Welt“ waren Ideale, für die die Menschen um 1968 massenhaft auf die Straße gingen. Wie auf der Aufnahme links, die eine Demonstration der politischen Hochschulgruppen auf dem Schlossplatz und Richtung Marktplatz am 16. Mai 1968 gegen die zweite Lesung des Notstandsgesetzes im Bundestag zeigt. Die Demonstrierenden tragen Transparente gegen den Vietnamkrieg und die Notstandsgesetze. Doch weit über solche konkreten Einzelthemen und Ideale hinaus steht 1968 für eine neue – antiautoritäre – Haltung gegenüber Staat, Politik und Gesellschaft. Auch wenn die Außerparlamentarische Opposition (APO) schon Ende der 1960er Jahre zersplitterte und die angestrebte Revolution in den westlichen Ländern keinerlei Aussicht hatte, hat 1968 nachhaltig gewirkt: Eine Demokratisierung der Gesellschaft voranzutreiben, politische Entscheidungen „von oben“ nicht einfach kritiklos hinzunehmen, sondern gegen falsche Zielsetzungen und Unrecht aufzustehen und Aufklärung zu leisten; letztendlich, um aus Sicht der Akteurinnen und Akteure zu versuchen, die Welt wenigstens ein Stückweit zu verbessern. 1968 gilt auch als der Beginn der neuen Frauenbewegung.

Diese Haltungen, die von 1968 geprägt wurden, lassen sich übergreifend den Neuen Sozialen Bewegungen seit den 1970er und 1980er Jahren zuschreiben. Genau um diese „Bewegungen“, die von 1968 angestoßen wurden und die bis heute nachwirken, geht es in der Ausstellung schwerpunktmäßig. Erstmals werden für Karlsruhe unter diesem Blickwinkel auch die 1970er und 1980er Jahre untersucht. Dabei kommen zahlreiche Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort, viel neues – oder auch bloß verschüttetes – Material wird präsentiert. Am Ende steht die Frage, was bleibt eigentlich heute von 1968?


Eintritt
4 € / erm. 2 €; Kinder bis 12 Jahre, Schulklassen sowie Museumspassinhaber und Fördervereinsmitglieder frei

Zeitraum
27.4.–14.10.2018

Öffnungszeiten
Di + Fr 10–18 Uhr
Do 10–19 Uhr
Sa 14–18 Uhr
So 11–18 Uhr

Info
0721 1334234, -4230, -4231
www.karlsruhe.de/stadtmuseum

Veranstalter
Kulturamt, Stadtarchiv & Historische Museen