24. Europäische Kulturtage 2018, 20. April - 5. Mai 2018

20. April – 5. Mai 2018

Umbrüche, Aufbrüche

Sonntag, 22.04.2018 | 17:00


Botox für alle –
zu Risiken und Nebenwirkungen: fragen Sie!

1968–2018: Von Flower-Power zu Instagram


Bildnachweis: Annegret Soltau

Annegret Soltau Generativ, Vorderseite
Bildnachweis: Annegret Soltau

Die Auf- und Umbrüche der 60er Jahre (1968 ff) – von denen die Ausstellung ausgeht – betrafen unter anderem die Rollen-Stereotypen der Nachkriegszeit und das männlich-weibliche Erscheinungs- und Körperbild. Themen der Selbst- beziehungsweise Fremdbestimmung, der Kampf gegen die §§ 175 und 218 („Mein Bauch gehört mir!“), Änderungen im Sexualverhalten als Folge der Antibabypille, die internationale Flower-Power-Bewegung waren maßgebliche Umwälzungen in gesellschaftspolitischer Hinsicht. Das umfassende und grundlegende Thema „Körper“ spielte also eine entscheidende Rolle in existenzieller, juristischer, künstlerischer und gesellschaftspolitischer Hinsicht. Fragen der Selbstbestimmung, der Sexualität, der Schönheit und ihrer Problematik, der Einflüsse fremder Kulturen wurden diskutiert und mit künstlerischen Mitteln beleuchtet, zum Beispiel von Valie Export, Ulrike Rosenbach oder Marina Abramovic. Was ist 2018 daraus geworden?

Das Thema „Botox“ reflektiert den aktuellen Trend, seinen Körper zu manipulieren. Der eigene Körper wird kritisch betrachtet, medial verglichen und optimiert: Schönheits-Operationen sind erschwinglich, Tätowierungen ein „Must-have“, Piercings trendy, Zahnbleichungen, Nageldesigns und noch andere Ein- und Angriffe auf den eigenen Körper werden gewünscht und durchgeführt. Deshalb: Botox (Selbstdarstellung, Selbstdesign und Selbstoptimierung) für alle!

Bereits ab den 1960ern wurde der Mager- und Fitnesswahn durch Supermodell Twiggy und Aerobic-Queen Jane Fonda in Gang gesetzt und begleitet uns seither in unterschiedlichsten Trends und Moden in zunehmendem Maße. Gegenwärtig kann man sich der medialen Selbstvermarktung und Präsenz des „schönen“ Körpers nicht mehr entziehen. Eine immer größer werdende Bilderflut begleitet uns täglich via Instagram, Twitter oder Facebook. Was folgt daraus für das Selbstverständnis und die Selbstbestimmung der Menschen (nicht nur der Frauen) in unserer Gesellschaft in der heutigen Zeit?


Eintritt
frei

Zeitraum
25.4.–19.5.2018

Öffnungszeiten
Mi–Fr 17–19 Uhr
Sa+So 14–16 Uhr

Info
0721 374137
www.gedok-karlsruhe.de

Veranstalterin
Gedok Karlsruhe