24. Europäische Kulturtage 2018, 20. April - 5. Mai 2018

20. April – 5. Mai 2018

Umbrüche, Aufbrüche

Samstag, 21.04.2018 | 18:00


Marlene Dumas
Rosemarie Trockel

Werke aus der Sammlung Garnatz


Im Zentrum dieser Ausstellung stehen frühe Werkkomplexe der international anerkannten Ausnahmekünstlerinnen, die beispielhaft für ihr jeweiliges Schaffen stehen können. Beide legen ihrer Kunst feministische Fragestellungen zu Grunde, die sie in einen weiteren gesellschaftspolitischen Kontext einbinden. Dass die Tuschezeichnungen, Aquarelle und Gemälde von Marlene Dumas sowie die Gemälde, Objekte, Strickbilder und Zeichnungen von Rosemarie Trockel hier gezeigt werden können, verdankt die Städtische Galerie Karlsruhe dem Kölner Sammlerehepaar Ute und Eberhard Garnatz, das mit sicherem Gespür für die zeitgenössische Kunst und mit Weitblick Arbeiten dieser damals noch jungen Künstlerinnen erwarb.

Bildnachweis: Städtische Galerie

Marlene Dumas, Magdalena (Patron of Hairdressers), 1995
Bildnachweis: Städtische Galerie


Marlene Dumas stellt vorwiegend Biografien von Frauen in das Zentrum ihrer Tätigkeit, die jedoch nicht illustriert werden, sondern über das Persönliche hinausgehen und Allgemeingültigkeit erlangen. Damit verbindet die Künstlerin die Aspekte Individualität, Sexualität, Geburt und verweist auf die Verletzlichkeit des Menschen. Die Kunstwerke entstehen durch die Transformation von „Fundstücken“ wie Fotografien oder Abbildungen aus Zeitschriften, die in die klassischen Medien Ölmalerei sowie Aquarell und Tuschezeichnungen überführt werden. Mit ihrer unmittelbar ansprechenden Arbeitsweise regt die Künstlerin einen Dialog zwischen Kunstwerk und Betrachtenden an über die Facetten des menschlichen Seins. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist der 211-teilige Werkkomplex „Female“, der zwischen 1992 und 1993 entstand.

Bildnachweis: Sammlung Garnatz

Rosemarie Trockel, Ohne Titel (Toroni), 1988
Bildnachweis: Sammlung Garnatz


Die vielschichtigen künstlerischen Ansätze der Konzeptkünstlerin Rosemarie Trockel stellen sich beispielhaft in Werken wie dem Strickbild „Ohne Titel (Toroni)“ von 1988 dar. Ironisch setzt sie die weiblich konnotierte, reproduktive Tätigkeit des Strickens mit dem hoch intellektuellen Konzept des Schweizer Künstlers Niele Toroni in Beziehung. Der Blick auf weiblich und männlich konnotierte Daseinsformen liegt auch der fragilen Vitrinenarbeit „Löffelmuscheln“ von 1986 zu Grunde. Inhaltlich steht das Werk für tradierte Formen des Weiblichen. Formal stößt es vielfältige Assoziationen an, die bis in die Präsentationsform der Arbeit im Museum reichen. Die Künstlerin fordert hiermit ein Nachdenken über häusliche und künstlerische Arbeit ebenso wie über sexuelle und politische Zwänge in der Gesellschaft.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung spielt die Blockflötistin Carolin Elena Fischer eine Komposition von Kathrin A. Denner, Absolventin der Karlsruher Hochschule für Musik, die am 10. April 2018 mit dem Karlsruher Kulturstipendium ausgezeichnet wurde. Das Jahresstipendium ist mit 20.000 Euro dotiert. Es wird alle zwei Jahre im Wechsel an Absolventen der Akademie der Bildenden Künste, der Hochschule für Gestaltung und der Hochschule für Musik vergeben.


Eintritt
6 € / erm. 4 €
Freitags ab 14 Uhr frei

Zeitraum
22.4.–24.6.2018

Öffnungszeiten
Mi–Fr 10–18 Uhr
Sa, So 11–18 Uhr,
1.5.2018 geschlossen

Info
0721 1334401
0721 1334444
www.staedtische-galerie.de

Veranstalter
Kulturamt, Städtische Galerie