24. Europäische Kulturtage 2018, 20. April - 5. Mai 2018

20. April – 5. Mai 2018

Umbrüche, Aufbrüche

Ein Schwerpunkt – Geschlechtergerechtigkeit

Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe


Bildnachweis: Stadt Karlsruhe

Bildnachweis: Stadt Karlsruhe

Europa befindet sich in einer Zeit großer Veränderungen. Die demokratischen Aufbrüche in Mittel- und Osteuropa vor knapp drei Jahrzehnten schienen Europa für immer zu einen und prägten ein Zeitalter der Zuversicht. Der Ost-West- Konflikt war überwunden. Ganz Europa schien auf seinem gemeinsamen Weg enger zusammenzuwachsen. Doch wo stehen wir heute? Rückwärtsgewandte, nationalistische Töne werden immer lauter. In die europäischen Parlamente ziehen Parteien ein, die sich explizit gegen demokratische Werte und ein geeintes Europa aussprechen. Mit dem „Brexit“, dem Austritt Großbritanniens aus der EU, dreht sich das Rad der Integration in der Geschichte Europas erstmals nicht vorwärts, sondern zurück.

Die EUROPÄISCHEN KULTURTAGE KARLSRUHE sind von Beginn an ein Kulturfestival, das die inneren und äußeren Entwicklungen in Europa kritisch aufnimmt und künstlerisch interpretiert. Für die Veranstalter, das Kulturamt der Stadt Karlsruhe und das Badische Staatstheater Karlsruhe, lag es daher nahe, sich bei der 24. Auflage mit den vielschichtigen historischen wie aktuellen Um- und Aufbrüchen in Europa zu befassen. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass sich 2018 mehrere runde Jahrestage nachhaltiger politischer und gesellschaftlicher Umbrüche jähren, wie etwa die Badische Revolution 1848, die Revolution 1918 und die 68er-Bewegung. Immer sind Revolutionen verbunden mit der Forderung nach Ausweitung von Rechten für bestimmte Teile der Bevölkerung. Mit dem Thema „Umbrüche, Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle“ möchten die Festivalverantwortlichen zusammen mit 34 Akteuren aus der Karlsruher Kulturszene der Frage nachgehen, wie es heute um die Verwirklichung gleicher Rechte für alle steht. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei das Thema der Geschlechtergerechtigkeit.

Karlsruhe ist Sitz des Bundesverfassungsgerichts. Damit ist das Ringen um gleiche Rechte für alle explizit auch ein Karlsruher Thema. Ich freue mich sehr, dass die Richterin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Susanne Baer die Festrede zur Eröffnung der EUROPÄISCHEN KULTURTAGE halten wird und sich das Gericht mit Diskussionen und Führungen am Programm der EKT:2018 beteiligt.

Der Eröffnung folgen 16 Tage außergewöhnlichen Kulturprogramms mit Ausstellungen, Theateraufführungen, Filmen, Konzerten, Vorträgen, Lesungen und Führungen. Ich lade alle Karlsruherinnen und Karlsruher und alle Gäste aus der Region und darüber hinaus herzlich ein, die zahlreichen Veranstaltungen zu besuchen.

Mein Dank gilt den Partnerinnen und Partnern aus der Karlsruher Kultur sowie Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche und Generalintendant Peter Spuhler, die mit ihren Teams dieses umfassende Programm organisiert und realisiert haben. Bedanken möchte ich mich auch bei den Mitgliedern des Kuratoriums der EUROPÄISCHEN KULTURTAGE, die das Festival konzeptionell begleiten.

Ich wünsche allen erkenntnisreiche und spannende Festivaltage.

Dr. Frank Mentrup
Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe