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Presse

7. März 2018

In Karlsruhe soll kein Kind zurückgelassen werden
GRÜNE fordern, Leitlinien gegen Kinderarmut fortzuschreiben

Die Grüne Gemeinderatsfraktion fordert in einem aktuellen Antrag eine Evaluation und Fortschreibung der Karlsruher Leitlinien gegen Kinderarmut. Anlass sind die gestiegene Anzahl von durch Armut betroffenen Kindern und die geänderten Lebensbedingungen.
 
„Ziel der Leitlinien soll die gezielte Bekämpfung der Folgen von Armut sein. Wir dürfen uns an Kinderarmut nicht gewöhnen“, so Verena Anlauf, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion. „Daher soll die von uns geforderte Evaluation der Leitlinien gegen Kinderarmut aufzeigen, inwiefern die früheren Handlungsempfehlungen umgesetzt wurden und welche Wirkungen dies hatte. Hierbei sollen alle Aspekte betrachtet werden, wie die materielle Versorgung, Bildung, physische und psychische Gesundheit, kultureller Bereich sowie die soziale Dimension.“
 
Die vorliegenden Leitlinien gegen Kinderarmut stammen aus dem Jahr 2010. Angestoßen durch einen Antrag der GRÜNEN hatte eine Arbeitsgruppe unter Mitwirkung mehrerer Träger von Kinder- und Jugendangeboten, die Leitlinien erstellt und zahlreiche Empfehlungen formuliert, die bei der weiteren Umsetzung einbezogen werden sollten.
 
Seit dem Jahr 2010 stagniert die Zahl der Menschen, die von Armut betroffen sind, auf einem hohen Niveau. Die Zahl von Kindern, die in Bedarfsgemeinschaften mit Hartz IV-Bezug leben, ist in diesem Zeitraum sogar angestiegen – auf heute über 5.400. Überwiegend sind dies Kinder von alleinerziehenden Müttern.
Außerdem ergeben sich seither viele neue Fragestellungen, etwa dadurch, dass deutlich mehr Kinder ganztägige Kinderbetreuungen bzw. Ganztagesschulen besuchen, mehr Kinder eine Förderung ihrer Sprachentwicklung benötigen oder auch durch den zunehmenden Gebrauch von elektronischen Medien in Kinderzimmern.
 
„Uns ist es wichtig, dass die damals in den Leitlinien benannten Handlungsempfehlungen nicht nur ausgewertet, sondern weiterentwickelt werden“, so Michael Borner, sozialpolitischer Sprecher der Grünen.
 
„Wir fordern, dass konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Kinderarmut formuliert werden, die zur aktuellen Situation passen. Hilfreich wäre es für den zuständigen Ausschuss, wenn konkrete Kennzahlen entwickelt würden, anhand derer sich messen ließe, welche Maßnahmen weiterhin oder zusätzlich nötig sind. Ziel muss sein, dass arme Kinder möglichst gute Entwicklungschancen haben.“
 
Die GRÜNE Gemeinderatsfraktion will mit einer Fortschreibung der Leitlinien gegen Kinderarmut bewirken, dass die Stadt Karlsruhe auch in den nächsten Jahren dem Eingangssatz der Leitlinien von 2010 entspricht:
„In Karlsruhe wird kein Kind zurückgelassen. Als Stadt des Rechts übernimmt Karlsruhe hier eine Vorreiterrolle, um die UN-Kinderrechtskonvention auf allen politischen Ebenen konsequent umzusetzen.“