Über die Literarische Gesellschaft

Die Literarische Gesellschaft ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Gegründet 1924, ist der Verein Träger des Museums für Literatur am Oberrhein. Die Literarische Gesellschaft ist mit heute annähernd 7.000 Mitgliedern die größte literarische Vereinigung in Mitteleuropa.

Die Literarische Gesellschaft gibt der Forschung Impulse. Sie unterhält neben dem Museum für Literatur die Oberrheinische Bibliothek mit einem bedeutenden Bestand an Primär- und Sekundärliteratur zur Literaturgeschichte des Oberrheins und das Oberrheinische Literaturarchiv mit wertvollen Erstausgaben, Handschriften, Briefen und Dokumenten von über 150 Schriftstellern. Zentral sind die Nachlässe von Joseph Victor von Scheffel, Max Barth und Ernst Feuerstein sowie ein Teil der Verlagskorrespondenz des Stahlberg-Verlages, der in den 1950er Jahren unter anderem Arno Schmidt und Curzio Malaparte in Karlsruhe verlegt hat. 2006 erwarb die Literarische Gesellschaft die Johann Peter Hebel-Sammlung von Karl Fritz (Schöpfheim) mit über 700 Exponaten.

Seit 1998 ist der Sitz der Literarischen Gesellschaft das Karlsruher PrinzMaxPalais.

Seit 1928 vergibt die Literarische Gesellschaft den nach Joseph Victor von Scheffel benannten Scheffel-Preis für die beste Abiturleistung im Fach Deutsch. Damit soll das Interesse an künstlerischer und wissenschaftlicher Literatur geweckt werden. Seminare und Vorträge für Schulklassen und Workshops zum „Kreativen Schreiben“ sind ein weiterer Bestandteil des Bildungsangebots.

Das Veranstaltungsprogramm umfasst wöchentliche Lesungen, Vorträge, Kolloquien und Fachtagungen im PrinzMaxPalais, die an ein junges Publikum adressierte Lesereihe Lesung Süd (Link zur Bildergalerie) im Kulturraum KOHI e.V. am Werderplatz sowie regelmäßig Diskussionen mit den Kritikern der SWR-Bestenliste und dem ARD-druckfrisch Moderator Denis Scheck.

Geschichte der Literarischen Gesellschaft und des Museums für Literatur am Oberrhein

1924

Namensgeber des Vereins ist der Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel (1826-1886). 1924 wurde auf Initiative von Eck Freiherr von Reischach-Scheffel, dem Ehemann der Enkelin Scheffels, der „Deutsche Scheffelbund“ als Verein in Heidelberg gegründet mit dem Ziel, den Nachlass des Dichters aufzuarbeiten und ein Scheffel-Museum aufzubauen.

1926

1926 wurde das Scheffel-Museum im damaligen Bibliotheksbau des Karlsruher Schlosses eröffnet. Zu Beginn der 1930er Jahre hatte der Scheffelbund bereits über 1.500 Mitglieder. Ab 1932 residierten der Verein und das Museum im Karlsruher Haus Solms in der Bismarckstraße 24. Ab 1933 fanden dort die ersten Lesungen statt, bei denen „Sprechkünstler“ bedeutende literarische Werke vortrugen. 1936 wurde das Scheffel-Museum zum „Badischen Dichtermuseum“ erweitert, drei Jahre später erfolgte die Eröffnung der Museumsabteilung „Lebende Dichter um den Oberrhein“.

1939 - 1945

Der Scheffelbund wurde 1939 zwangsweise an das „Reichswerk Buch und Volk“ angegliedert. Kriegsbedingt mussten 1944 die Aktivitäten eingestellt werden. Ende 1945 nahm der Scheffelbund als „Volksbund für Dichtung, vormals Scheffelbund“ seine Aktivitäten wieder auf. Schriftsteller des Exils und der Inneren Emigration bekamen ein Forum.

1965

1965 bezogen der Verein und das Museum in der Röntgenstraße 6 erstmals ein eigenes Haus. Das Museum wurde am 20. März 1965 neu eröffnet und in „Oberrheinisches Dichtermuseum“ umbenannt.

1972

Ab 1972 nannte der „Volksbund für Dichtung“ sich „Literarische Gesellschaft (Scheffelbund)“.

1998

1998 bezogen die Literarische Gesellschaft und das Museum Räumlichkeiten im Karlsruher PrinzMaxPalais, zuvor erster Sitz des Bundesverfassungsgerichts. Das „Museum für Literatur am Oberrhein“ zeigt unter Einbezug neuer Medien eine Dokumentation des literarischen Lebens der grenzüberschreitenden Oberrheinregion.

2000

2000 fand unter Federführung der Literarischen Gesellschaft das erste „Karlsruher Literaturforum“ statt.

2002

2002 übernahm die Literarische Gesellschaft die Herausgeberschaft der Literaturzeitschrift allmende, die erstmals 1981 erschienen ist. Im selben Jahr konzipierte sie im Auftrag des Landes Baden-Württemberg die digitalen Verzeichnisse „Autoren Baden-Württemberg“ und „Literaturland Baden-Württemberg“, die sie mit Unterstützung des Landes betreut.

Das Portal www.literaturland-bw.de wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für Literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg, Marbach am Neckar, entwickelt und präsentiert über 90 Museen und Gedenkstätten.
Die Einrichtung der Seite www.autoren-bw.de wurde im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg eingerichtet. Es umfasst 1290 Einträge lebender Autorinnen und Autoren sowie Übersetzerinnen und Übersetzer. Es ermöglicht, aufgrund des von den Autor/innen zur Verfügung gestellten Datenmaterials, aktuelle Informationen über Leben und Werk.

2006

Seit 2006 wird die Hermann Hesse Preis Stiftung von der Literarischen Gesellschaft betreut.

2008

2008 wurde die Dauerausstellung des Museums für Literatur am Oberrhein anlässlich des zehnjährigen Bestehens im PrinzMaxPalais überarbeitet und mit multimedialen Elementen sowie einer Audioführung in deutscher und französischer Sprache und einer Kinder- und Jugendaudioführung ausgestattet.

2012

Anlässlich des 60jährigen Landesjubiläums des Landes Baden-Württemberg 2012 präsentierte die Literarische Gesellschaft die Ausstellung „Literatur in Baden-Württemberg 1970 bis 2010“ – anknüpfend an die 2002 erfolgreich gezeigte Ausstellung „Ein Bild der Zeit. Literatur in Baden-Württemberg 1952-1970“.

Auf Initiative der Literarischen Gesellschaft wurden 2012 die 29. Baden-Württembergischen Literaturtage in Karlsruhe ausgerichtet.

2013

Im September finden auf Initiative der Literarischen Gesellschaft mit großem Erfolg die Literaturtage Karlsruhe 2013 statt. Insgesamt besuchten mehr als 2.000 Literaturinteressierte die Veranstaltungen im Rahmen des viertägigen Literaturfestivals. Die Literarische Gesellschaft und ihre Kooperationspartner planen für das Jahr 2014 die zweiten Karlsruher Literaturtage -- der Poetry Slam wird wieder einen großen Platz einnehmen.

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Vorstand und Beirat der Literarischen Gesellschaft e.V. Karlsruhe

Ehrenvorsitzende:

Vera-Maria Wieland, geb. Freiin von Reischach-Scheffel

Vorstand

  • Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender und
    Leiter des Museums für Literatur am Oberrhein in Karlsruhe:
    Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann
    (Literaturwissenschaftler, Universität Karlsruhe KIT)
  • Stellvertretende Vorsitzende:
    Dr. Peter Michael Ehrle
    (Direktor der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe i. R.)
    Dr. phil. habil. Beate Laudenberg
    (Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft Karlsruhe)
  • Schatzmeister:
    Direktor Michael Huber
    (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen)
  • Justitiar:
    Arno Stengel
    (Rechtsanwalt, Kanzlei Nonnenmacher Rechtsanwälte)

Beirat

  • Dr. Ernst Otto Bräunche
    (Leitender Direktor des Stadtarchivs Karlsruhe)
  • StDir. i. R. Marthamaria Drützler-Heilgeist
  • Dr. Jürgen Glocker
    (Kulturreferent des Landkreises Waldshut, Schriftsteller)
  • Dr. Françoise Hammer
    (Linguistin, Übersetzerin)
  • Dr. Michael Heck
    (ehem. Kulturreferent der Stadt Karlsruhe, Vorstandsmitglied im Badischen Kunstverein Karlsruhe)
  • Michael Hübl
    (Leiter der Kulturredaktion der „Badischen Neuesten Nachrichten“ Karlsruhe)
  • Matthias Kehle M. A.
    (Schriftsteller, Journalist)
  • Dr. Franz Littmann
    (Pädagoge, Autor)
  • Prof. Dr. Pia Müller-Tamm
    (Direktorin der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe)
  • Prof. Dr. Volker Rödel
    (Direktor des Generallandesarchivs Karlsruhe i. R.)
  • Petra Rosenberger-Wieland
    (Verwaltungsleiterin der Volkshochschule Karlsruhe)
  • Wolfgang Sieber
    (Verwaltungsdirektor des Badischen Staatstheaters Karlsruhe i. R., Stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der Händel-Gesellschaft Karlsruhe e. V.)

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