About the Literary Society Karlsruhe (PDF)
Sur la société littéraire de Karlsruhe (PDF)

Aktuelle Veranstaltungen

> Alle Veranstaltungen finden - wenn nicht anders angegeben - im PrinzMaxPalais statt.
Der Zugang zum PrinzMaxPalais ist barrierefrei.

Dienstag, 26.04 | 19.00 Uhr | Eintritt frei

Literaturland Baden-Württemberg

Lesung der Literaturstipendiaten
Carolin Callies, Per Leo, Andre Rudolph

Um jungen, vielversprechenden Autorinnen und Autoren die Durchführung einer größeren Arbeit zu ermöglichen, vergibt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg jährlich Stipendien an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die durch ihre Herkunft oder ihr Schaffen mit Baden-Württemberg verbunden sind. 2016 wurden mit jeweils 12.000 Euro ausgezeichnet:

Carolin Callies, geboren 1980 in Mannheim, studierte nach einer Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin beim Suhrkamp Verlag Germanistik und Medienwissenschaft in Mannheim. Heute ist sie beim Verlag Schöffling & Co. tätig. Nach zahlreichen Auszeichnungen, zuletzt dem Thaddäus-Troll-Preis 2015, erhielt sie das Stipendium für ihren Gedichtband fünf sinne & nur ein besteckkasten.

Per Leo, geboren 1972 in Erlangen, studierte Geschichte, Philosophie und russische Philologie in Freiburg und Berlin. Seine Dissertation zu Ludwig Klages wurde 2011 mit dem Humboldtpreis − Sonderpreis „Judentum und Antisemitismus“ ausgezeichnet. Das Stipendium erhielt er für seinen Debütroman Flut und Boden, für den er 2014 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war.

Andre Rudolph, geboren 1975 in Warschau. Nach einem geisteswissenschaftlichen Studium wurde er mit einer Arbeit zu Johann Georg Hamann promoviert. Das Stipendium erhielt er für sein siebenteiliges Langgedicht Blicktot, Nixe [Klaffende tags].

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Donnerstag, 28.04 | 19.00 Uhr | Eintritt frei

Vortrag und Diskussion
POLONIA: Das Forum Polnischer Kultur zu Gast im PrinzMaxPalais

Ulrich Adrian (WDR): Unbekanntes Polen.
Mein Leben als ARD-Korrespondent in Warschau

Aufgrund seiner journalistischen Erfahrungen in Polen wird Ulrich Adrian Land und Leute präsentieren. In seinen Reportagen und in den Warschauer Notizen berichtet er sowohl über große Politik als auch über Hintergründiges und Amüsantes aus Polen. Die Schönheit des Landes in allen Jahreszeiten, seine Begegnungen mit den Menschen, das moderne und das ursprüngliche Polen, Gegensätze und kritische Beobachtungen, Polen und seine Nachbarn. Das unbekannte Nachbarland Deutschlands mit der „zweitschwierigsten Sprache der Welt“. Was fasziniert ihn an Polen? Versteht er sich als Vermittler zwischen zwei Kulturen?

Ulrich Adrian, geboren 1958 in Gevelsberg, studierte Politik, Germanistik und Neuere Geschichte und arbeitet seit 1982 als Fernsehjournalist beim WDR. Er war von 2009 bis 2014 Polen-Korrespondent der ARD und Leiter des Warschauer Fernsehstudios. Er produzierte zahlreiche Fernsehreportagen und Features über Polen.

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Montag, 02.05 | 20.00 Uhr | Kostenbeitrag 7,- €
> KOHI-Kulturraum e.V., Werderstraße 47

LESUNG SÜD

Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln:
Pierre Jarawans Roman „Am Ende bleiben die Zedern“

Pierre Jarawan. Foto: Key Munich Samir ist 28 Jahre alt. Aufgewachsen ist er hauptsächlich bei seiner Mutter, seinen Vater hat er nicht mehr gesehen, seit er klein war. Ein altes Dia ist das einzige, was er noch von ihm hat, außer die Erinnerungen an die zahlreichen Fantasiegeschichten, die sein Vater ihm erzählte, kurz bevor er ohne Nachricht verschwinden musste. Als erwachsener Mann tritt er nun die Reise in den Libanon an, das Land seiner Wurzeln. Auf seiner Odyssee durch ein noch immer gespaltenes Land scheint sich die Linie zwischen erzählerischer Phantasie und der harten Realität langsam aufzulösen, und die Figuren aus den Geschichten seines Vaters erscheinen plötzlich allzu lebendig.

Pierre Jarawan wurde 1985 in Jordanien geboren und kam im Alter von drei Jahren nach Deutschland. Seit 2009 tourt er als Slam-Poet. 2012 gewann er die internationalen Meisterschaften in deutscher Sprache. Für die Arbeit an seinem Debüt Am Ende bleiben die Zedern bekam er 2015 das Literaturstipendium der Stadt München zugesprochen.

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Dienstag, 03.05 | 19.00 Uhr | Eintritt frei

Porträts bedeutender Schriftstellerinnen

Jutta Rosenkranz liest aus ihrem Buch „Zeile für Zeile mein Paradies“

Jutta Rosenkranz. Foto: privat Die Autorin stellt Bettine von Arnim, Ingeborg Bachmann und Mascha Kaléko vor – schreibende Frauen, die ihre Zeit prägten und große poetische Werke schufen, oftmals allen gesellschaftlichen Zwängen und Grenzen zum Trotz. In achtzehn Biografien porträtiert Jutta Rosenkranz Leben und Werk bedeutender Schriftstellerinnen. Neben bekannten Namen gilt es auch Autorinnen wie Marceline Desbordes-Valmore oder Inge Müller zu entdecken.

Jutta Rosenkranz, geboren 1957 in Berlin, studierte Germanistik und Romanistik und lebt als freie Autorin und Journalistin in Berlin. Sie hat Gedichte, Prosa und literarische Essays veröffentlicht, zahlreiche Autoren-Porträts und Features für den Hörfunk geschrieben und ist Herausgeberin mehrerer Lyrik-Anthologien. Sie ist Herausgeberin der Gesamtausgabe der Werke und Briefe von Mascha Kaléko und Autorin der ersten umfassenden Biografie über die Dichterin.

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Mittwoch, 11.05 | 19.00 Uhr | Eintritt 5,- / Mitglieder 3,- € / Studierende frei

Die Goethe-Gesellschaft zu Gast im PrinzMaxPalais

Prof. Dr. Uwe Pörksen (Freiburg)
Erkenntnis und Sprache in Goethes Naturwissenschaft

Der Freiburger Sprach- und Literaturwissenschaftler, der sich mit seinem Buch über Plastikwörter in einer breiten Öffentlichkeit einen Namen gemacht hat, beschäftigt sich intensiv mit der naturwissenschaftlichen Sprache des 18. und 19. Jahrhunderts. In seinem Vortrag wird er den Eigenheiten der Wissenschaftssprache Goethes, insbesondere den Vor- und Nachteilen von Analogien und Metaphern nachgehen.

Prof. Dr. Uwe Pörksen erhielt 1988 den Hermann-Hesse-Literaturpreis für seinen Roman Die Ermordung Kotzebues oder Kinder der Zeit.

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Donnerstag, 12.05 | 18.00 Uhr | Eintritt frei

Ausstellungseröffnung
FETZEN: „Rotzig, kraftvoll, wild“ – Papierarbeiten von Lisa Kränzler

Lisa Kränzler. Foto: Fabian Faßnacht Ausstellungsdauer: 12.05.2016 bis 28.08.2016

Das Museum für Literatur zeigt die erste große Ausstellung mit Werken der Künstlerin Lisa Kränzler. Es werden großformatige Papierarbeiten zu sehen sein, die vornehmlich mit Lack und Tusche bearbeitet wurden. Den Arbeiten der Absolventin der Kunstakademie Karlsruhe liegen Comic- oder comicartige Vorlagen und andere Bildmotive zu Grunde. „Rotzig, kraftvoll, wild“ − mit diesen Worten kann man die expressiven Werke Lisa Kränzlers wohl am besten beschreiben. Sie bestechen vor allem durch starke, grelle Farben und sind ohne Schonung, ohne Vorsichtsmaßnahmen des Materials für den Augenblick kreiert. Zur Ausstellung wird ein Katalog erscheinen.

Lisa Kränzler war Literaturstipendiatin des Landes Baden-Württemberg 2014 und ist als Autorin dreier Romane bekannt geworden: Export A (2012), Nachhinein (2013) und Lichtfang (2014). Die in Ravensburg geborene Künstlerin erhielt ihr Stipendium für Nachhinein, für den sie 2013 auch den 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb gewann. Im gleichen Jahr war sie für den Leipziger Literaturpreis nominiert und wurde mit dem Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg ausgezeichnet. 2014 wurde ihr das Märkische Stipendium für Literatur verliehen. Lisa Kränzler wohnt und arbeitet in Karlsruhe. Eine bemerkenswerte Künstlerin und Autorin präsentiert erstmals ihre Werke in einer großen Ausstellung.

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Freitag, 13.05 | 19.00 Uhr | Eintritt 8,- / 6,- / Mitglieder 4,- €

Annette Pehnt liest aus „Briefe an Charley“

Annette Pehnt. Foto: Peter von Felbert „Das Buch ist eine Beschwörung der Kraft des Wortes“ (Spiegel online)

Verlassen zu werden ist nie schön. Der eine geht, der andere bleibt zurück. Charley ist gegangen, doch er lässt seine Gefährtin nicht los. Zumindest in ihren Gedanken kann sie ihn halten. Immer noch ist er ihr Gegenüber, ein Teil ihres Alltags. In ihren Briefen an ihn dreht und wendet sie die gemeinsame Zeit. Dabei wechseln Wut, Verlassenheit, Sehnsucht und Erinnerungen einander ab.
Die Protagonistin erfindet Charley jeden Tag neu und spürt dabei eine immer größer werdende Macht über ihren Geliebten. Zugleich verschwimmen jedoch die Grenzen zwischen Sehnsüchten und Wirklichkeit, zwischen Erhofftem und der brutalen Realität und es drängt sich die Frage auf: Wie war es damals wirklich?

Die Autorin selbst zu ihrem Buch im Deutschlandradio Kultur: „Es gibt Beobachtungen. Es gibt eine Art Vergnügen über das, was jetzt noch ist. Es gibt Ironie. Es gibt auch, wie ich finde, komische Stellen. Also es ist eigentlich eine wilde Mischung […] Das ist nicht nach Gefühlsschubladen geordnet.“

Annette Pehnt, geboren 1967 in Köln, studierte Germanistik, Anglistik und Keltologie. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin und Autorin arbeitete in Irland, Schottland, Australien und den USA. Für ihre Romane und Erzählungen erhielt sie zahlreiche Preise, darunter 2012 den Hermann-Hesse-Literaturpreis für ihren Roman Chronik der Nähe.

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Weitere Termine

Tipps und Hinweise

Literaturstadt Karlsruhe

Imagebroschüre „Literatur in Karlsruhe“ ist erschienen

„Literatur in Karlsruhe

Karlsruhe ist eine facettenreiche und spannende Literaturstadt – das dokumentieren insbesondere die Literaturtage Karlsruhe. Das jährlich stattfindende Festival, von der Literarischen Gesellschaft initiiert und organisiert, hat sich etabliert und ist ein Höhepunkt des literarischen Lebens der Stadt. Die literarische Szene präsentiert sich stark und offensiv.

Charakteristisch für die Literaturstadt Karlsruhe ist das Zusammenwirken der literarischen Institutionen und Gruppierungen. Die Imagebroschüre „Literatur in Karlsruhe“ gibt einen anregenden Überblick über die Vielfalt der literarischen Initiativen. Die von der Literarischen Gesellschaft mit Unterstützung des Kulturbüros der Stadt Karlsruhe herausgegebene Dokumentation stellt die Literaturszene Karlsruhes vor, die sich zunehmend auch neue Orte und ein jüngeres Publikum erobert und gemeinsam ein Forum für Neuentdeckungen und Trends geschaffen hat.

Die Broschüre stellt 19 literarische Initiativen und Institutionen, Traditionen und Inspirationen vor, nennt Orte, Adressen, Kontaktpersonen, Öffnungszeiten sowie die Termine regelmäßiger Treffen. Literaturinteressierten vermittelt die Publikation in verdichteter Form auf ästhetisch ansprechende Weise die wichtigsten Informationen zu Vertreterinnen und Vertretern der literarischen Szene.

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Neue Publikation

„Beschriftet“ – Texte junger Autoren

„Beschriftet“ – Texte junger Autoren

Am Anfang stand ein Zettel mit diversen Mailadressen, daraus wurde dann ein Buch – das nun im Heidelberg Morio-Verlag erschienen ist. Teilnehmer eines Seminars des KIT und der PH, das von Prof. Hansgeorg Schmidt-Bergmann und Doz. Dr. Beate Laudenberg im Sommersemester 2014 zum „Literaturbetrieb“ angeboten worden ist und die Möglichkeit zur Präsentation eigener literarischer Texte bot, gründeten nach Abschluss der Veranstaltung eine Schreibwerkstatt unter dem Namen „Beschriftet“. Nach dem ersten Treffen im Oktober 2014 etablierten sich wöchentliche Sitzungen, im Juni 2015 konnte ein Workshop mit der Schriftstellerin Annette Pehnt durchgeführt werden – und letztlich konnte eine eigene Publikation realisiert werden. Ein ehrgeiziges Projekt kommt damit zu einem vorläufigen Ende – der Leser kann sich stückweise mit dem künstlerischen Erzeugnis eines dynamischen Kollektivs junger Schreiber auseinandersetzen von denen keiner dem anderen gleicht und jeder eigene Ambitionen, Themen und Probleme zum Ganzen beisteuert.

Textbeiträge von: Anne Blezinger, Simon Brombacher, Jana Ehresmann, Thomas Heintz, Viktoria Kissler, Violetta Klenk, Aleksej Reimisch, Stefanie Schweizer, Esther Stern und Johanna Wohlgemuth. Die Schreibwerkstatt und die Publikation wurden finanziert durch die Mechthild-Mayer-Stiftung, Karlsruhe.

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Karlsruher Coolturführer für Kinder und Jugendliche

Eigentlich könnte es auch heißen: "Karlsruher Coolturführer von Kindern und Jugendlichen". Es waren nämlich Kinder - genauer gesagt die Kinder der letzjährigen Klasse 7c des Max-Planck-Gymnasiums aus Rüppurr -, die für dieses "Produkt" die Schwerpunkte gesetzt, die Verantwortlichen interviewt, die Recherchen betrieben und das umfangreiche Infomaterial gesichtet haben.
Die Idee der Literarischen Gesellschaft und des Deutschen Kinderschutzbundes Karlsruhe entwickelte sich aus einem Projekt, das bei KiX und JuX 2013 - Dem Kulturfestival der Kinder und Jugendlichen - angeboten wurde: "What's up in Karlsruhe", bei dem die Kinder ihre Kulturhighlights vorstellen sollten. KiX und JuX wird alle zwei Jahre vom Kulturbüro der Stadt veranstaltet, auch um und nach Pfingsten 2015 wird es wieder stattfinden.
Die Literarische Gesellschaft mit Monica Trinca und der Deutsche Kinderschutzbund mit Renate Gissel fanden in Cornelia Bekendorf, der Lehrerin der damaligen Klasse 7c, eine begeisterte Partnerin, und so haben sie gemeinsam mit 28 Kindern die lebendige und engagierte Kulturszene Karlsruhe auf spannende (und lehrreiche) Angebote für junge Kulturinteressierte und solche, die es werden wollen, durchforstet.
Das Ergebnis in der Form des "Karlsruher Coolturführers für Kinder und Jugendliche" ist u.a. bei vielen Karlsruher Kultureinrichtungen und an der Rathauspforte erhältlich.
Einen Anspruch auf Vollständigkeit kann die Broschüre nicht bieten. Aber der "Coolturführer" kann durchaus für die nächsten Jahre als Wegweiser durch die Vielfalt der kulturellen Angebote in Karlsruhe und kompetenter Ratgeber für die Freizeitgestaltung von Kindern, Jugendlichen und auch der ganzen Familie dienen.

Download Karlsruher Coolturführer für Kinder und Jugendliche (PDF)

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Vorzugsangebot für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft

Das Badische Staatstheater Karlsruhe stellt für unsere Mitglieder um 50 Prozent ermäßigte Eintrittskarten zur Verfügung.

  • 27.04.2016, 20.00 Uhr: Drei Schwestern
  • 03.05.2016, 20.00 Uhr: Kabale und Liebe
  • 14.05.2016, 19.30 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung
  • 21.05.2016, 19.30 Uhr: Jazz Night
  • 03.06.2016, 20.00 Uhr: My Fair Lady
  • 18.06.2016, 20.00 Uhr: Poetry Slam
  • 24.06.2016, 20.00 Uhr: Carmen
  • 11.07.2016, 20.00 Uhr: Die Räuber
  • 16.07.2016, 19.30 Uhr: Monty Python´s Spamalot
  • 17.07.2016, 19.30 Uhr: Liederabend

Karten sind gegen Vorlage des Mitgliedsausweises an der Theaterkasse erhältlich.

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Neue Publikationen

allmende - Zeitschrift für Literatur »Aber Schweigen ist auch ein Wort« – Literatur und Politik
96. Ausgabe der allmende - Zeitschrift für Literatur

80 Seiten, reich bebildert
Einzelheft € 12 / sFr 15
ISSN 0720-3098
www.mitteldeutscherverlag.de
www.allmende-online.de

»Aber Schweigen ist auch ein Wort« – über die »Verantwortlichkeit des Schriftstellers« sprach Jean Paul Sartre anlässlich der Gründung der UNESCO am 1. November 1946. Über ein halbes Jahrhundert nach dem zweiten Weltkrieg wird unsere Gesellschaft mit gänzlich neuen globalen Krisen konfrontiert: Die Europäische Union drohte am Grexit zu scheitern, der IS-Terror kam nach Paris, die Demokratie scheint eine Regression zu durchleben und viele Länder sehen sich angesichts des Flüchtlingsstroms überfordert und geteilt.

In der 96. Ausgabe der Literaturzeitschrift allmende wurden renommierten Autorinnen und Autoren wie Rafik Schami, Sibylle Lewitscharoff, Feridun Zaimoglu und Ilija Trojanow sowie neuen Stimmen wie Verena Boos, Dirk Laucke und Lilian Loke die Frage nach der Verantwortung und Rolle der Literatur im Hinblick auf die Politik gestellt. Petros Markaris spricht von einer »Literatur der Hilflosigkeit«, Susanne Fritz von der »Umkehrung des Blicks« und Karl Wolfgang Flender verfasst ein Manifest. Das Ergebnis offenbart ein facettenreiches Meinungsbild, das nach Hintergründen, Ursachen und Lösungen fragt und der Literatur unterschiedliche Aufgaben und Funktionen zuordnet – »Der erhoffte Lichtschimmer am Ende des Tunnels ist zu erkennen« heißt es in einem der letzten Texte von Günter Grass.

Was Not tut ist Aufklärung, sagt Petros Markaris, der große alte Mann der griechischen Literatur. »Die Stärke der Literatur liegt in den Fragen«, konstatiert er: »Die Antworten muss aber der Leser selbst finden«. Literatur ist damit kein reines Informationsmedium, sondern dient primär zur Anregung kritischer Reflexion im Leser. Was bedeutet es beispielsweise fremd zu sein? Mit dieser Frage setzen sich Sibylle Lewitscharoff und Rafik Schami auseinander. Ilija Trojanow beschäftigt sich hingegen damit, warum Lösungen erst angesichts der Krise thematisiert werden – wo bleibt die Voraussicht? Wie reagiert man schließlich als Autor litererarisch auf die Krisen? Die Bewältigung dieser Frage findet sich in den übrigen Beiträgen. Den Prozess der Erkenntnisfindung begleiten dabei Gedichte von Durs Grünbein, José F. A. Oliver und Wolf Wondratschek. In der allmende stehen in dieser Ausgabe Fragen im Zentrum der Aufmerksamkeit – nur vor ihrem Hintergrund kann sich der Diskurs über das Verhältnis von Literatur und Politik in der modernen Gesellschaft vollziehen. Mit Adorno: » [Die Gesellschaft] soll nicht wegführen vom Kunstwerk, sondern tiefer in es hinein. «

allmende – Zeitschrift für Literatur wurde 1981 begründet. Sie erscheint zweimal im Jahr im Mitteldeutschen Verlag und wird von Hansgeorg Schmidt-Bergmann im Auftrag der Literarischen Gesellschaft herausgegeben und zusammen mit Matthias Walz redigiert.

Weitere Ausgaben der allmende

Im Dörfle. Erzählungen und Gedichte aus der Karlsruher Altstadt Im Dörfle. Erzählungen und Gedichte aus der Karlsruher Altstadt
Hrsg. von Hansgeorg Schmidt-Bergmann und Thomas Lindemann.
Mit einem Nachwort von Jürgen Oppermann

160 Seiten, Paperback
13,90 € inkl. MwSt.
ISBN 978 3 88190 884 9
Kleine Karlsruher Bibliothek, Band 6

„Dieses Nest dient zu nichts, als den Plan der Stadt Karlsruhe ganz zu verderben und zu verunstalten“, lautete Ende des 18. Jahrhunderts das vernichtende Urteil in einem geografischen Lexikon über die Siedlung „Klein-Karlsruhe“. Ursprünglich lebten hier die Handwerker und Lohnarbeiter, die nach 1715 die neue Residenz des Markgrafen aufgebaut hatten. Ohne Plan und stattdessen nach Bedarf entstand eine Ansiedlung mit eher dörflichem Charakter aus einfachen eingeschossigen Häusern, Steinbaracken und Bretterhütten, die erst 1812 eingemeindet wurde. Später prägten die zahlreichen Gaststätten, Amüsierbetriebe und das Rotlichtviertel das Bild des Stadtteils, das der Volksmund „Dörfle“ taufte.

Die Literarische Gesellschaft präsentiert den sechsten Band der Kleinen Karlsruher Bibliothek mit Texten aus der Karlsruher Altstadt. „Ich bin dort groß geworden, in diesem unhygienisch lebendigen, tariflosen badischen Sodom, habe die Schwabenliesl gekannt, als meine Nase eben zu deren Bauchnabel reichte“, schreibt Harald Hurst, einer der bedeutendsten badischen Mundartautoren.

Die vielseitige Sammlung mit Texten von Anselm M. Schmidt, Emil Frommel, Rudolf Schlichter, Kurt Kranich, Roland Lang, Regine Kress-Fricke, Rudolf Stähle, Harald Hurst, Kuno Bärenbold, Wolfgang ­Burger und Doris Lott eröffnet einen einmaligen Blick in die aufregende Vergangenheit der Karlsruher Altstadt, die ihr Erscheinungsbild und ihr Flair nach den Sanierungsmaßnahmen in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts grundlegend verändert hat.

Sabine Geissel: Der Igel im Meer Sabine Geissel: Der Igel im Meer
Ein Karlsruhe-Krimi
Hrsg. von Hansgeorg Schmidt-Bergmann und Thomas Lindemann

328 Seiten, Paperback
14,90 € inkl. MwSt.
ISBN 978 3 88190 885 6
Kleine Karlsruher Bibliothek, Band 7

Der bislang unveröffentlichte Roman „Der Igel im Meer“ von Sabine Geissel wurde anlässlich des 300. Stadtgeburtstages im Rahmen der Reihe Kleinen Karlsruher Bibliothek im Info Verlag Karlsruhe veröffentlicht. Der Kriminalroman ist Gewinner der Ausschreibung der Literarischen Gesellschaft, die einen aktuellen unveröffentlichten deutschsprachigen Roman suchte, der in Karlsruhe spielt. Der Roman überzeugte die Jury durch Figurenentwicklung, Spannung und sprachliche Qualität. 

Sommer 2010. Die Fußball-WM ist gerade vorbei, und in Karlsruhe steigt an diesem Wochenende „das Fest“ – das größte Open-Air-Ereignis der Region. Sonntagabend entdeckt ein Stadtstreicher die ausgeblutete Leiche des 28-jährigen Models Sofia Stern im Schlosspark. Ein brutaler Serienmörder, genannt der „Vampir“, der in Karlsruhe und Freiburg bereits drei junge Frauen getötet hat, hat wieder zugeschlagen. So scheint es zumindest. Der Fall nimmt eine überraschende Wendung, als ein zweiter Mord passiert. Hauptkommissar Vincent Fassrath und seine Partnerin Margareta Sturm ermitteln.

Sabine Geissel, 1965 in Kaiserslautern geboren, studierte Sozial­arbeit in Freiburg, schrieb in Australien ihre Diplomarbeit und arbeitete danach in diversen sozialen Einrichtungen. 1997 zog sie nach Karlsruhe, wo sie seit 1999 in einem Telekommunikationsunternehmen beschäftigt ist. Nach zahlreichen bislang unveröffentlichten Kurzgeschichten ist „Der Igel im Meer“ ihr Debüt als „Krimi“-Autorin.

© 1996-2016 | Literarische Gesellschaft Karlsruhe e.V. | Karlstr. 10 | 76133 Karlsruhe | Tel. 0721-133-4087 | info@literaturmuseum.de | Impressum
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