IN DIESEM JAHR IST ALLES ANDERS

Seit 1986 bot die INTERNATIONALE HÄNDEL-AKADEMIE alljährlich in zeitlicher Nähe zu den INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELEN Kurse in Historischer Aufführungs­praxis, Symposien und Konzerte an. Aufgrund von Sparmaßnahmen musste die AKADEMIE bereits im letzten Jahr in reduzierter Form stattfinden, in diesem Jahr können gar keine Kurse und kein Symposium angeboten werden. Es ist aber geplant, die AKADEMIE ab 2019 auf neuer Grundlage im Zwei-Jahres-Rhythmus weiterzuführen.

Die AKADEMIE befindet sich 2018 in einer Übergangsphase, in der sie aber nicht aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwinden möchte. Ein „Intermezzo“, ein Zwischenspiel, das zwischen dem Gestern der bisherigen und dem Morgen künftiger Akademien angesiedelt ist, versucht eine Standortbestimmung, bei der sich Wort-und Musikbeiträge abwechseln und gegenseitig ergänzen.

Prof. Dr. Thomas Seedorf umreißt in einem Vortrag über „Geschichte und Gegenwart der Händel-Interpretation“ den Weg, den die praktische Auseinandersetzung mit Händels Musik nicht zuletzt in Karlsruhe bis heute hinter sich gelegt hat.
Ein Roundtable unter der Leitung von Thomas Seedorf mit der Sängerin Deborah York, dem Cembalisten Kristian Nyquist und Michael Fichtenholz, dem Künstlerischen Leiter der INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE, möchte Perspektiven einer künftigen Akademiearbeit aufzeigen.

Die musikalischen Beiträge umrahmen Vortrag und Roundtable nicht nur, sondern stellen auch unterschiedliche Interpretationsansätze der Musik Händels zur Diskussion: Wie klingt eine Händel-Arie eigentlich, wenn sie in der englischen Aussprache der Händel-Zeit gesungen wird? Und welch andere Wirkung haben die prachtvollen Ouvertüren Händels, wenn man sie rhythmisch einmal nicht so zackig spielt, wie es heute gewöhnlich geschieht?