VHS SALON – WENN NUR MEINEM KOPF NICHTS PASSIERT, ES IST NOCH SO VIEL SCHÖNES DRIN!

Konzert mit Werken des deutschen Komponisten Rudi Stephan, der im September 1915 in Galizien fiel.
Florian Steininger, Klavier

Freitag, 23.05.2014 | 19:00
Volkshochschule

Bildnachweis: Robert Becker
Der Karlsruher Pianist Florian Steiniger

Kunst bricht sich auch in finstersten Zeiten Bahn


„Wenn nur meinem Kopf nichts passiert, es ist noch so viel Schönes drin!“ So verabschiedet sich der junge Komponist Rudi Stephan im September 1915 von seiner Mutter, um kurz darauf an der Ostfront zu fallen. Stephan galt als eine der großen Komponistenhoffnungen seiner Generation, der heute nur verhaltene Anerkennung findet. Seine frühen erhaltenen Werke lassen erahnen, welch bedeutende Rolle er in der Musikgeschichte gespielt haben könnte.

Der Pianist Paul Wittgenstein, Bruder des Philosophen Ludwig Wittgenstein, verlor durch eine Verwundung seinen rechten Arm. Dass er dennoch beschloss, seine Karriere als einarmiger Pianist fortzusetzen, zeugt von außergewöhnlicher Willensstärke, die ihm nicht nur zu Berühmtheit verhalf, sondern auch zahlreiche Komponisten zu bedeutenden Klavierwerken für die linke Hand anregte. Diesen beiden ganz unterschiedlichen Kriegsschicksalen ist gemein, dass sie über die Tragödie des Einzelnen hinaus exemplarisch für die kulturellen Kollateralschäden des Kriegs stehen, die weit über die Zerstörung bedeutender Kunstwerke und Kulturdenkmäler hinausreichen.

Wie sich die Gesellschaft selbst ihres schöpferischen Potenzials beraubt, und wie sich die Kunst auch in dunkelsten Zeiten Bahn bricht, erläutert der Pianist Florian Steininger an Kompositionen von Claude Debussy, Max Reger, Rudi Stephan, Erwin Schulhoff u. a.

Konzeption, Moderation und Klavier: Florian Steininger

Bildnachweis: Robert Becker

EINTRITT
15 €

Tel. 0721 – 98575-0
www.vhs-karlsruhe.de

VERANSTALTER
vhs Karlsruhe