WIE KLINGT DER FRIEDEN? MUSIK ALS MARKETENDERIN

Eine Collage des Künstlerinnenforums GEDOK Karlsruhe zur Wirkung von Musik in Krieg und Frieden.

Montag, 19.05.2014 | 20:00
Kulturzentrum Tollhaus
Kleiner Saal

Bildnachweis:
Die Musikerinnen von „Wie klingt der Frieden“: v.l.n.r. stehend: U. Reisner, R. Huber-Süß, H. Jüngling, U. Euteneuer-Rohrer; v.l.n.r. knieend. K. Ihle, K. Huttary

Eine Collage des Künstlerinnenforums GEDOK Karlsruhe zur Wirkung von Musik in Krieg und Frieden.


Die Musikerinnen der GEDOK setzen sich in ihrem Konzertprogramm Wie klingt der Frieden? mit unterschiedlichen Wirkungen und Funktionen von Musik in Kriegs- und Friedenszeiten auseinander. Der Untertitel Musik als Marketenderin verweist auf kriegsunterstützende, propagandistische musikalische Formen wie Kriegsgetrommel und Marschmusik, Soldatenlieder oder patriotische Gedichte für die Heimatfront, um Durchhaltewillen und Kampfgeist zu aktivieren.

Worin liegt der Unterschied in Form und Inhalt bei Antikriegsgesängen oder Friedens-Protestsongs? Wie kann Musik gestaltet sein, die ohne „falsches“ Pathos Elend, Leid und Traumatisierung durch Krieg, Gewalt und Tod verarbeitet? Gibt es „friedensstiftende“ Musik, oder können auch Friedenslieder beliebig instrumentalisiert werden?

In ihrer Collage präsentieren die Musikerinnen ihre individuellen und vielfältigen musikalischen Antworten von Text-Performance und Bluesimprovisation auf dem Saxophon, über Kompositionen für Klavier und Gesang bis zu Trio-Improvisationen in unterschiedlichen Besetzungen und Kollektiv-Improvisationen im Sextett. Uraufgeführt wird Ursula Euteneuer-Rohrers Vertonung des sieben Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg geschriebenen Gedichts „Früher Mittag“ von Ingeborg Bachmann, in dem diese Nichtverarbeitung und den Übergang zur Nachkriegs-Normalität als Reaktionsweisen verarbeitet hat.
EINTRITT FREI

Tel. 0721 – 374137
www.gedok-karlsruhe.de

VERANSTALTER
GEDOK Karlsruhe