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Presse

20. Januar 2017

GRÜNE: Welche Strategien gibt es zu den gesundheitlichen Auswirkungen von künftigen Hitzewellen in Karlsruhe?

Karlsruhe ist – nicht zuletzt durch Initiativen der GRÜNEN – vorbildlich bei vielen Maßnahmen sowohl gegen den Klimawandel als auch zur Anpassung an die Klimafolgen. Daher ist es der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion sehr wichtig, dieses Thema strategisch weiterzuverfolgen, kontinuierlich zu evaluieren und zu entwickeln. In einer Anfrage im Karlsruher Gemeinderat thematisiert die Fraktion die gesundheitlichen Gefahren des Klimawandels und die städtischen Anpassungsstrategien für starke Hitzewellen.
 
„Nach Klimaprognosen wird Karlsruhe die von zunehmenden Hitzetagen am stärksten betroffene Stadt Deutschlands sein. Die Zahl der Hitzetage mit über 30°C und damit auch die Zahl der Tropennächte werden sich bis 2050 schätzungsweise auf 32 Tage im Jahr verdoppeln“, erklärt Zoe Mayer, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion. „Dies birgt für die Gesundheit konkrete Gefahren. Das zeigen die Erfahrungen aus dem extremen Hitzesommer 2003, wo die Sterblichkeit in Baden-Württemberg gegenüber dem langjährigen Mittelwert um mehr als 10 % anstieg, was über 1.000 zusätzlichen Hitzetoten entsprach.“
 
„Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder sowie ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen sind durch extreme Hitze stark gefährdete Gruppen “, so Verena Anlauf, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion. „Besonders sensible Bereiche, die wir in Karlsruhe verstärkt ins Auge nehmen wollen, sind deshalb Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime.“
 
Mit ihrer Anfrage wollen die GRÜNEN erfahren, in welcher Weise bestehende Konzepte der Stadt im Bereich der Klimaanpassung im Themenbereich Gesundheit weiterentwickelt und wie Klimaanpassungsstrategien von verschiedenen politischen Ebenen dabei einbezogen werden.
 
Besonders die baden-württembergische Anpassungsstrategie für den Klimawandel von 2015 nimmt dieses Problem sehr ernst und zeigt viele konkrete Wege auf, sich auf extreme Hitze einzustellen. Zum Beispiel können in Großstädten kompetente Anlaufstellen, sogenannte Heatscouts, eingerichtet werden, die Informationen, praktische Unterstützung und Hilfe für besonders schutzbedürftige Personengruppen geben. Auch kommunale Kühlstuben werden als Maßnahme vorgeschlagen. Dabei handelt es sich um klimatisierte Räume, in denen sich vor allem ältere Menschen im Sommer abkühlen können.
 
„Ziel des städtischen Handelns sollte es sein, die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels soweit wie möglich abzumildern. Wir möchten daher wissen, welche innovativen Vorschläge sich auch in Karlsruhe sinnvoll umsetzen lassen“, so Mayer und Anlauf abschließend.