Michael Borner Joschua Konrad Renate Rastätter Zoe Mayer Johannes Honné Dr. Ute Leidig Ekkehard Hodapp Verena Anlauf Istvan Pinter

Presse

11. Mai 2009


GRÜNE: Klares Signal gegen Computer-Killerspiele gefordert
– Problem nur im Dialog mit Jugendlichen lösbar
 

In der Diskussion über die umstrittene Veranstaltung der Computerspiel-Bundesliga, die am 5. Juni in der Schwarzwaldhalle stattfinden soll, fordert die GRÜNE Gemeinderatsfraktion ein klares Signal gegen Killerspiele.
Dieses klare Signal muss die kurzfristige Forderung an den Veranstalter sein, das Friday Night Game ohne aggressive Spiele stattfinden zu lassen. Dies würde beispielsweise Spiele wie Counter Strike betreffen. Eine Begründung könnte die räumliche und zeitliche Nähe zu dem Drama in Winnenden sein.

„Wir lassen uns in dieser Frage nicht vom Oberbürgermeister vereinnahmen“, so die Sprecherinnen der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion Bettina Lisbach und Anne Segor. In der von der Stadtverwaltung herausgegebenen Pressemitteilung vermissen die GRÜNEN eine klare Positionierung der Stadt gegen Killerspiele. „Wir haben große Bedenken gegen diese Art von Freizeitbeschäftigung. Spiele wie Counter Strike verherrlichen Gewalt und verletzen die Würde der Menschen. Sie können bei exzessivem Gebrauch abstumpfen und bergen dann ein enormes Gefahrenpotential. Als GRÜNE fordern wir, dass die Stadt hier eindeutig Stellung bezieht“, so Lisbach und Segor.

Außerdem erwecke die von der Stadtverwaltung herausgegebene Pressemitteilung den Eindruck, dass alle Fraktionen in die Entscheidungsfindung über die Genehmigung des Intel Friday Night Game einbezogen gewesen seien. „Dies war jedoch nicht der Fall. Uns wurde lediglich im Rahmen einer Ausschusssitzung mitgeteilt, dass juristisch keine Handhabe bestehe, die Veranstaltung in Karlsruhe zu verhindern“, so die beiden Kommunalpolitikerinnen. „Wir wurden hier schlicht und ergreifend vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir erwarten von der städtischen Gesellschaft KMK, dass sie in Zukunft vor der Vermietung einer Halle Informationen über deren geplante Nutzung einholt und ggf. die Räumlichkeit nicht oder nur unter Auflagen zur Verfügung stellt.“

„Wenn es nach uns ginge, hätte Karlsruhe dem Intel Friday Night Game in der jetzt geplanten Form frühzeitig einen Riegel vorgeschoben, indem die KMK für diese Veranstaltung keine Halle zur Verfügung gestellt hätte. Das allein hätte aber das Problem nicht gelöst“, so die GRÜNEN. „Jeder und jede kann sich diese Spiele heute zu Hause auf den Computer laden, ganz ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mit bekommt.“ Deshalb halten die GRÜNEN eine auf Dauer angelegte kritische öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Killer-spiele für notwendig.

Wenn das Intel Friday Night Game in Karlsruhe jetzt nicht mehr zu verhindern ist, muss ein vom Veranstalter unabhängiges, kritisches Begleitprogramm durchgeführt werden, bei dem neben Eltern, Sozialarbeitern und dem Stadtjugendausschuss auch Wissenschaftler aus Pädagogik und Hirnforschung zu Wort kommen.
„Aber vor allem muss der Dialog mit den Jugendlichen selbst gesucht werden“, fordern die GRÜNEN. Denn Spiele können neben der Abstumpfungswirkung ein hohes Suchtpotential haben, gerade für junge Menschen, die sich in Schule und Gesellschaft an den Rand ge-drängt fühlen. Informationen und Beratung von Lehrerinnen und Lehrern, sowie Erzieherinnen und Erziehern gehören selbstverständlich ebenso zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema.

„Es muss deutlich herausgearbeitet werden, welchen gefährlichen Einfluss Killerspiele auf unserer Gesellschaft haben können. Wer in diesem Segment Geschäfte macht, handelt unverantwortlich“, so Lisbach und Segor.