Michael Borner Joschua Konrad Renate Rastätter Zoe Mayer Johannes Honné Dr. Ute Leidig Ekkehard Hodapp Verena Anlauf Istvan Pinter

Anträge

28. Februar 2018

Kurzzeitpflege in Karlsruhe: bestehende Situation verbessern

Antrag:

 
  1. Die Stadtverwaltung thematisiert die zu geringe Zahl an Plätzen für Kurzzeitpflege in Karlsruhe im Arbeitsausschuss Ältere Generation. Dabei werden der Arbeitskreis Reha-Akut (Sozialarbeiter*innen aus Stadt- und Landkreis Karlsruhe) und der Qualitätszirkel Pflegeheimüberleitung des Stadt- und des Landkreises Karlsruhe hinzugezogen. Die Teilnehmer*innen erstellen Lösungsvorschläge und berichten an-schließend im Sozialausschuss.
  2. Die Stadtverwaltung richtet eine online gestützte Vermittlungsplattform ein unter Beteiligung aller Akteur*innen im Pflegeheimbereich.
  3. Die Stadtverwaltung erteilt dem Städtischen Klinikum gGmbH einen Prüfauftrag zur Einrichtung einer Kurzzeitpflegestation auf dem Gelände des Klinikums in Eigenregie und/oder in Kooperation mit einem Anbieter mit Erfahrung im Bereich Altenpflege.

 

Sachverhalt/Begründung

 

Kurzzeitpflege bzw. Übergangspflege richtet sich an Menschen, die nur wenige Tage oder Wochen im Jahr Betreuung benötigen. Dies kann notwendig sein, wenn pflegende Angehörige selbst krank werden, verreisen möchten oder beruflich verhindert sind. Auch nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes kann Kurzzeitpflege den vorübergehend intensiveren Pflegebedarf abdecken.
 
Es ist derzeit in Karlsruhe sehr schwierig, einen Kurzzeitpflegeplatz zu finden, sowohl längerfristig bei geplanten Urlauben, als auch kurzfristig in Notsituationen.
 
Dies betrifft nicht nur Karlsruher Bürger*innen, sondern auch Einrichtungen wie Krankenhäuser in Karlsruhe, die solche Patient*innen nicht entlassen können. Nach Auskunft von Fachpersonen fehlen in Karlsruhe ca. 50 Kurzzeitpflegeplätze.
 
Im Arbeitsausschuss Ältere Generation wird, unter Einbeziehung des Arbeitskreises Reha-Akut und des Qualitätszirkels Pflegeheimüberleitung, die mangelnde Anzahl von Kurzzeitpflegeplätzen in Karlsruhe thematisiert. Die Teilnehmer*innen erarbeiten Lösungsvorschläge u. a. zu den folgenden Fragestellungen:
 
  1. Welche Einrichtungen nehmen Kurzzeitpflegepatienten auf?
  2. Über welche Aufnahmekapazitäten verfügen sie bzw. wie können diese noch erweitert werden?
  3. In welchen Einrichtungen sind Nachtaufnahmen möglich?
  4. Wie ist die Aufnahmebereitschaft für Patient*innen, die pflegeintensiv sind und/oder Träger*innen von multiresistenten Keimen?
  5. Wie kann die Finanzierung gesichert werden, wenn bei Beginn der Aufnahme von Patient*innen für diese noch kein Pflegegrad bestimmt wurde und damit der Kostenträger bei Übernahme nicht bekannt ist?
  6. Wie können Träger für die Kosten entschädigt werden, die dadurch entstehen, dass Plätze vorgehalten werden und daher nicht durchgehend belegt sind?

Parallel zur Beratung im Arbeitsausschuss „Ältere Generation“ sollte die Stadtverwaltung in Absprache mit Pflegeheimbetreiber*innen den Aufbau einer online gestützten Vermittlungsplattform initiieren. Diese hat den Vorteil, dass alle freien Plätze tagesaktuell aufgeführt sind. Hierbei werden alle Pflegeheime, die Kurzzeitpflege anbieten, einbezogen. Die neu eingerichtete online-Plattform soll die bisherige „analoge“ Liste des Seniorenbüros ablösen, die bisher nur einmal wöchentlich aktualisiert wird.

Den Bürger*innen und den Pflegeeinrichtungen in Karlsruhe muss es ermöglicht werden, einen Kurzzeitpflegeplatz zu finden, ohne mit allen Häusern, die Betten anbieten, einzeln in Kontakt zu treten. Kurzzeitpflegeplätze sollten nicht nur zufällig freie Zimmer in Heimen sein, die so bald wie möglich wieder fest belegt werden, sondern es sollte eine gewisse Anzahl an „festen“ Plätzen für Kurzzeitpflege vorgehalten werden.

Im Rahmen von Umstrukturierungen im Städtischen Klinikum wurden Räumlichkeiten frei, die sich evtl. zur Einrichtung einer Kurzzeitpflegestation in Eigenregie und/oder in Kooperation mit einem Anbieter mit Erfahrung im Bereich Altenpflege – wie zum Beispiel der Heimstiftung – anbieten. Daher beantragen wir einen entsprechenden Prüfauftrag.

Unterzeichnet von:

Michael Borner, Verena Anlauf, Renate Rastätter, Dr. Ute Leidig

Stellungnahme der Stadtverwaltung für die Gemeinderatssitzung am 24.04.2018