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Anfragen

24. Januar 2017

Entwicklung des Sporthallenbedarfs für den Schulsport


Anfrage:

  1. Wie hoch ist der Gesamtstundenbedarf für den Schulsport der Karlsruher Schulen, aufgeschlüsselt nach Schulen und Schularten (Grundschulen, Werkrealschulen, Realschulen, Gymnasien, Berufliche Schulen, Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren / SBBZ) bezogen auf die neuen Bildungspläne? Wie wird sich der Bedarf in den nächsten Jahren voraussichtlich entwickeln?
  2. Welche Schulen können ihren Schulsportbedarf in einer eigenen Halle abdecken und bei welchen Schulen muss er auf verschiedene Hallen an unterschiedlichen Standorten verteilt werden? Welche Schulen haben dadurch einen hohen organisatorischen Aufwand und zeitliche Probleme durch größere Entfernungen? Wie wird sich diese Verteilung in den nächsten Jahren voraussichtlich entwickeln?
  3. Welchen Bedarf für zusätzliche Schulhallenkapazitäten gibt es durch die Zunahme von Kooperationen von Schulen und Sportvereinen im Bereich der außerunterrichtlichen Sportangebote?
  4. Welche Überlegungen oder Pläne gibt es, die Hallenkapazitäten an Schulen zu erweitern, bei denen das Angebot am Schulstandort deutlich unter dem schulischen Bedarf liegt?
  5. Welchen Handlungsbedarf sieht die Stadtverwaltung für die Entwicklung einer Schulsporthallenkonzeption, um dem künftigen Bedarf an Schulsportstunden und an wachsenden ergänzenden Sportangeboten im außerunterrichtlichen Bildungsbereich der Schulen künftig Rechnung zu tragen und welche Überlegungen und Pläne liegen dafür bereits vor?

 

Sachverhalt/Begründung

In den letzten Jahren hat sich die Schullandschaft in Karlsruhe stark verändert. Bis auf vier sind alle Werkrealschulen bereits aufgehoben worden oder laufen aus. Der Ausbau der Ganztagsschulen und der ergänzenden Nachmittagsangebote an Grundschulen beschleunigt sich und wird in den nächsten Jahren auch in den weiterführenden Schulen an Fahrt aufnehmen. Dazu kommen die vier neuen Gemeinschaftsschulen als verbindliche Ganztagsschulen sowie die inklusive Schulentwicklung.
 
Diese Entwicklung hat einen veränderten und teilweise wachsenden Bedarf an Schulsporthallenkapazitäten in Karlsruhe ausgelöst. Problematisch ist, dass einige Schulen wachsende Teile ihres Sportunterrichts auf mehrere Standorte verteilen müssen. Dadurch entstehen Konkurrenzsituationen mit anderen Schulen sowie Vereinen, die ebenfalls auf die Nutzung von Schulsporthallen angewiesen sind. Belastend sind zudem der höhere organisatorische Zeitaufwand für die Schulen sowie die längeren Anlaufwege für die SchülerInnen und Lehrkräfte. Zum regulären Sportunterricht kommen noch die Sportstunden im außerunterrichtlichen Bereich dazu, für die ebenfalls Sporthallenkapazitäten benötigt werden. Bereits 80 % der Schulen kooperieren mit Sportvereinen. Ein Drittel der Schulen hat dabei den Wunsch geäußert, die Kooperationen auszubauen.
 
Angesichts der alarmierenden Befunde der Sportvereine über die sehr geringen – und weiter sinkenden – sportmotorischen Fähigkeiten der SchülerInnen aller Altersklassen muss es ein wichtiges Ziel für die Stadt Karlsruhe sein, gute und passgenaue Sporthallenkapazitäten bereitzustellen, die auch den künftigen wachsenden Sportangeboten Rechnung tragen. Im Abschlussbericht zur kommunalen Sportentwicklungsplanung „Sport und Entwicklung in Karlsruhe“ wurde bereits die bestehende und wachsende Unterdeckung von Turn- und Sporthallen konstatiert und einen Ausbau gefordert. Für die Kommunale Sportentwicklungsplanung wurden jedoch nur der Bedarf von Sportvereinen und Kindertagesstätten erfasst, der Bedarf im Bereich Schulsport blieb in dem Bericht außen vor.
 
Wir GRÜNEN bitten deshalb um die Darstellung der aktuellen und zu erwartenden Bedarfe beim Schulsport. Auf der Grundlage dieser Bestandsaufnahme soll die Stadtverwaltung darlegen, welche Planungen sie für eine zukunftsfähige konzeptionelle Weiterentwicklung der Schulsporthallenkapazitäten vornehmen wird.
 
Unterzeichnet von:
 
Renate Rastätter, Dr. Ute Leidig, Ekkehard Hodapp, Michael Borner
 
Stellungnahme der Stadtverwaltung für die Gemeinderatssitzung am 14.03.2017