Offener Brief zum Leichtbauhallen-Desaster

Leichtbauhallen-Desaster

 Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Mentrup,

die Nachricht aus dem Rathaus, dass die Leichtbauhalle „blaue Hölle“ aus brandschutztechnischen Gründen nicht als Spielstätte für die nächsten fünf Jahre genehmigungsfähig ist, haben wir nicht nur mit großer Überraschung, sondern darüber hinaus mit großer Verwunderung aufgenommen.

  1. Dass die Europahalle als Notlösung nun doch für Veranstaltungen mit weit über 200 Besuchern genutzt werden kann, freut uns für den PSK und die Lions außerordentlich. Die CDU zusammen mit anderen Fraktionen und Verbänden war es, die immer wieder die Prüfung dieser vorübergehenden Lösung gefordert hatten. Vonseiten des Dezernats 6 wurde eine Diskussion und eine Prüfung über eine mögliche Nutzung der Europahalle mit mehr als 200 Personen allerdings stets im Keim erstickt und als absolut unmöglich verneint, obwohl wie von uns eingebracht ähnliche Fälle in mehreren anderen deutschen Städten bereits praktiziert wurden. Erfreulich für die Basketballfreunde in Karlsruhe, aber umso erstaunlicher ist die nun eingeleitete Kehrtwende in dieser Frage durch die Verwaltungsspitze.

Herr Oberbürgermeister, erlauben Sie uns an dieser Stelle die Bemerkung, dass die Sportstadt Karlsruhe durch das Vorgehen um die mögliche Nutzung der Leichtbauhalle einem enormen Schaden erlitten hat. Uns als CDU-Fraktion erscheint es so, als hätten die beteiligten Dezernate 3 und 6 ohne interne Abstimmung gearbeitet und dem ehrenamtlich geführten Verein die komplette Verantwortung zugeschoben.

Aus diesem Grund stellen sich uns folgende Fragen:

a.) Warum wies Herr Bürgermeister Obert das Dezernat 3 oder den Gemeinderat nicht auf die Probleme der Leichtbauhalle in aller Deutlichkeit hin, so dass dies eine Diskussion in den Gremien bereits von vornherein obsolet gemacht hätte? Die Tatsache, dass der Bauantrag des Vereins noch nicht vorlag kann doch bei einem Projekt dieser finanziellen Größenordnung sowie der politischen Bedeutung für die Stadt, kein Grund gewesen sein.

b.) War es dem Baudezernat bei zu erwartenden Kosten von ca. 1 Million Euro nicht möglich, die sicher vorhandenen Pläne der Leichtbauhalle im Vorfeld in einer entsprechenden Qualität zu überprüfen, so dass eventuelle Probleme bereits frühzeitig hätten erkannt werden können?

Auf der Suche nach einer optimalen Lösung in Sachen Ballsporthalle hat der Gemeinderat in seiner Märzsitzung auf Initiative der CDU, Kult und den Grünen die rasche Aufstellung einer kostenkontrollierten Planung beschlossen, welche die Ertüchtigung der Europahalle in zwei Modellen, mit deutlich unterschiedlichen Investitionskosten und den jeweiligen damit verbundenen voraussichtlichen zukünftigen Betriebskosten, vorsieht. Obwohl die Europahalle bereits seit April 2014 nicht mehr voll bespielbar ist, ist nach Auskunft der Verwaltung eine Sanierung frühestens für den übernächsten Doppelhaushalt machbar und dies völlig unabhängig von unserem oben erwähnten Antrag.

Unser eingebrachter Antrag wird somit voraussichtlich erst zum Ende des Jahres 2018, zur notwendigen Entscheidungsreife gelangen. Mit dieser anstehenden Entscheidung ist die Europahalle allerdings weder saniert noch eine andere Ballsporthalle gebaut, so dass bis zur Realisierung des Projektes noch einige Jahre verstreichen werden. Die Sportstadt Karlsruhe benötigt allerdings schon heute eine Lösung insbesondere auch für alle anderen Sportarten, die unter der bestehenden Hallenproblematik in Karlsruhe leiden.

  1. Der durch Sie Herr Oberbürgermeister, öffentlich eingeleitete neue Weg der Verwaltung in Sachen Leichtbauhalle, wird es unserer Ansicht nach notwendig machen, im Gemeinderat über das Leichtbauhallendesaster sowie eine schnellstmögliche Lösung der Hallenproblematik zu diskutieren.

Ohne Scheuklappen muss die Verwaltung nun schnellstens prüfen inwieweit und mit welchen Maßnahmen es möglich ist, über die aktuell geplanten fünf Heimspiele der PSK-Lions hinaus, die Europahalle nutzbar zu machen und ob es nicht auch schon möglich sein könnte die Europahalle vor Januar für den PSK spielfähig zu machen, um eventuell auf die Spiele in der Friedrich List Halle zu verzichten.

Auch hierzu stellen sich der CDU Fraktion bereits jetzt folgende Fragen:

a.) Welche kurzfristigen baulichen Eingriffe sind temporär möglich, um hinreichend Brandschutz schnellstmöglich zu gewährleisten, beispielsweise durch die Bereitstellung von Löschzügen.

b.) Kann man zusätzliche Fluchtwege schaffen und die Nutzungsmöglichkeiten eventuell auch für andere Veranstaltungen bis zur endgültigen Lösung auszuweiten?

Letztlich erwartet die CDU-Fraktion vonseiten der Verwaltung eine ausführliche Darstellung der Prozesse, die zu dem Verlauf des Chaos um die „Blaue Hölle“ geführt haben, um nachvollziehen und erkennen zu können, wo Verwaltungsabläufe in Zukunft verbessert werden müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Tilman Pfannkuch                 Detlef Hofmann                                             Sven Maier

Fraktionsvorsitzender            Stellvertretender Fraktionsvorsitzender        Sradtrat

Tilman Pfannkuch
Detlef Hofmann
Sven Maier